Die deutsche Band Tokio Hotel darf sich nach der Verleihung der diesjährigen World Music Awards (WMA) am 15. November in London „Worlds Best-Selling German Band Of The Year“ nennen. Die Vergabe der Preise, die sich nach den von den nationalen Verbänden an die IFPI gemeldeten Verkaufszahlen richtet, war allerdings von einer Serie von Pannen gekennzeichnet.
Zu den Stargästen im Londoner Earls Court zählte auch Michael Jackson, der einen Sonderpreis für Künstler mit mehr als 100 Millionen verkaufter Alben entgegennahm. Da Jackson laut „Spiegel“ aber erheblich zu spät zu der Veranstaltung kam, geriet der Zeitplan der Aufzeichnung völlig aus den Fugen. Der einstige „King Of Pop“ verzichtete auch auf seinen groß angekündigten Live-Auftritt und kam lediglich mit einigen Kindern für eine Darbietung von „We Are The World“ auf die Bühne, bei der die Musik aber vorzeitig abbrach. Enttäusche Fans kommentierten den gescheiterten Comeback-Versuch Jackson daraufhin mit Buh-Rufen.
Da die Show aufgrund arbeitsrechtlicher Regelungen um 23:00 Uhr beendet werden musste, konnte auch der geplante Auftritt von Tokio Hotel nicht mehr stattfinden. „Das ist Wahnsinn“, zeigte sich Gitarrist Tom dennoch beeindruckt. „Ein World Music Award als Auszeichnung für unsere Arbeit in jedem Land, in dem wir veröffentlicht haben. Und das nach so kurzer Zeit. Das muss man erst mal sacken lassen.“ Nach Angaben von Universal erreichten Tokio Hotel allein für ihr Album „Schrei“ in Österreich, Schweiz, Polen, Rumänien und Tschechien Platinstatus. In Ungarn und Russland gab es bisher Gold und auch in den französischen Charts schaffte die Band kürzlich den Sprung unter die 20 besten Alben. In der deutschen Heimat knackte das Debüt der Mageburger bereits die zweite Platinstufe.
Angesichts des Rummels um Michael Jackson geriet die Vergabe der weiteren Auszeichnungen fast zur Nebensache. Katie Melua, die auch im Showprogramm auftrat, erhielt die Auszeichnung als Biggest Selling British Artist Of The World, den Award für die besten Verkäufe eines Pop-Künstlers erhielt Madonna, Nelly Furtado gewann in der Kategorie „Pop/Rock“. Als beste Rockgruppe setzte sich die kanadische Formation Nickelback durch. Beyoncé durfte die Auszeichnung als „Worlds Best R&B Artist“ mit nach Hause nehmen, ihre Kollegin Shakira heimste den Latin-Award ein. Erfolgreichster Hip-Hop-Künstler ist laut WMA Kanye West, weltbester DJ ist Bob Sinclar. James Blunt darf sich außerdem über den Preis als bester Newcomer freuen. Am 23. November zeigt der britische TV-Sender C4 eine Aufzeichnung der Show.






