Für den im chinesischen Shenzhen ansässigen Konzern Tencent Music Entertainment (TME) ist es das erste Quartal, in dem die für 2,1 Milliarden Euro übernommene Audio- und Podcastplattform Ximalaya vollständig in die Konzernbilanz einfließt.
Der Deal war im Mai 2026 abgeschlossen worden und steuerte im Bilanzzeitraum umgerechnet 52,01 Millionen Euro zum Umsatz bei – ein Hinweis darauf, dass ein Teil des Wachstums nicht organisch, sondern zugekauft ist.
Der eigentliche Treiber bleibt das Musikgeschäft: Musikbezogene Dienste legten um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf etwa 971 Millionen Euro zu und machen inzwischen 85,1 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Die Erlöse aus Mitgliedschaften stiegen um 8,1 Prozent auf 612 Millionen Euro, getragen von der teureren SVIP-Stufe, für die Nutzer:innen laut TME rund das Fünffache des Standardabos zahlen.
Konkrete Abonnent:innenzahlen liefert der Konzern weiterhin nicht – seit dem Jahresbericht 2025 verzichtet TME auf separate Angaben, etwa zu Abos oder Nutzer:innen. Zuletzt bezifferte man die SVIP-Basis auf über 20 Millionen und die Gesamtzahl zahlender Musikabonnent:innen auf 127,4 Millionen, Stand Ende 2025.
Deutlich zugelegt haben auch die Marketing- und Konsumdienste, zu denen Konzerte, Merchandise sowie Werbung zählen. Dieser Bereich verbuchte ein Plus von 16,2 Prozent auf 360 Millionen Euro, unter anderem dank der ersten Arenatour von Schauspieler und Sänger Steven Zhang. Gegenläufig entwickelt sich das Altgeschäft aus Karaoke und Livestreaming: Hier brach der Umsatz um 16,4 Prozent auf 170 Millionen Euro ein – ein Trend, der sich bereits seit mehreren Quartalen fortsetzt. Das bereinigte EBITDA wuchs mit 5,2 Prozent auf 416 Millionen Euro etwas langsamer als der Umsatz.
Cussion Pang, Executive Chairman TME, wertet die Zahlen als Beleg für die Stärke der Content- und Plattformstrategie und sichert zu: „Angesichts der Weiterentwicklung der Branche setzen wir uns weiterhin für den Schutz des Urheberrechts ein, fördern ein gesundes Ökosystem und sichern den Wert kreativer Arbeit.“
CEO Ross Liang äußert sich zur Ximalaya-Integration: „Die Übernahme von Ximalaya ist ein spannender Meilenstein, der es uns ermöglichen wird, ein noch reichhaltigeres Audioerlebnis zu bieten und unsere User noch besser zu bedienen.“ Das SVIP-Segment wachse währenddessen weiter.
In puncto KI positioniert sich TME breiter: In QQ Music und Kugou Music fungieren KI-Assistenten nun als „persönliche DJs“ mit Echtzeit-Playlists. Zudem gibt es eine Anbindung an den Chatassistenten Weixin XiaoWei.
Für den deutschen Markt bleibt TME, auch wenn es sich fast ausschließlich auf China fokussiert, vor allem als Vergleichsgröße interessant.






