Spotify hat ein neues Kennzeichnungssystem für Künstlerprofile, die KI-generiert sind, angekündigt. Ab Mitte September soll auf entsprechenden Artist-Seiten ein sogenanntes AI Persona Badge erscheinen, das Hörer:innen darauf hinweist, dass die dargestellte Identität eines Artists mit Sicherheit oder möglicherweise KI-generiert ist und keine reale Person repräsentiert. Die Kennzeichnung betrifft sowohl Profile, die ihren Status selbst offenlegen, als auch solche, die Spotify eigenständig identifiziert – zur Methodik weiter unten mehr.
Bei einer Selbstauskunft, die Spotify in einer Beta bereits im April 2026 einführte, ist das Profil mit dem Badge „AI Persona“ versehen; bei einem Verdacht markiert der Streamingdienst die Künstler:innenseite mit „Likely AI Persona“.
Das Thema der KI-Erkennung ging Spotify bereits im Herbst 2025 an, als der Streamingdienst ankündigte, die Entwicklung eines Industriestandards von DDEX zu unterstützen.
Musik von als AI Persona gekennzeichneten Profilen wird dem Unternehmen zufolge standardmäßig nicht in redaktionellen oder personalisierten Empfehlungen ausgespielt. Sie erscheint nur dann, wenn Nutzer:innen dem betreffenden Profil aktiv folgen. Spotify erklärte in der entsprechenden Mitteilung, der Algorithmus sei darauf ausgerichtet, authentische Künstler:innen zu fördern.
Zusätzlich zur Selbstauskunft prüft Spotify Profile auf Namen und Bildsprache, die auf KI-generierte Identität hindeuten. Betroffene Künstler:innen werden nach einem Verdacht informiert und erhalten die Möglichkeit, ihren Status offenzulegen oder gegen die Einstufung Widerspruch einzulegen. In den kommenden Monaten will Spotify zudem eine Meldefunktion einführen, über die Hörer:innen selbst Profile melden können, bei denen sie eine KI-Persona vermuten.
Das Unternehmen betonte, das neue Badge beziehe sich ausschließlich auf die öffentliche Identität eines Profils und nicht auf die Entstehung der Musik selbst. Für Transparenz über den Einsatz von KI im Produktionsprozess verweist Spotify auf die separaten Funktionen in den Song-Infos und das im März veröffentlichte Feature SongDNA.
Das AI Persona Badge reiht sich nun in eine Reihe weiterer, im laufenden Jahr eingeführter Funktionen ein, mit denen Spotify unter dem Titel „Artist Identity & Trust“ mehr Transparenz über die Herkunft von Künstlerprofilen schaffen will. Dazu zählen unter anderem das Siegel „Von Spotify verifiziert“ sowie der Schutz des Künstlerprofils.
Damit setzte der Marktführer in puncto Streaming ein Statement in Sachen KI-Kennzeichnung, nachdem vor kurzem bereits die Major-Labels und internationalen Chartsermittler ein Ausschließen von reinen KI-Inhalten aus den Hitlisten ankündigten. Zudem machten der globale Dachverband IFPI, die US-amerikanische RIAA sowie der BVMI aus Deutschland, aber auch Impala, WIN und nationale Indie-Organisationen jüngst einen Vorschlag zu einer Kennzeichnung, an die die neuen Spotify-Badges zwar erinnern, ihnen inhaltlich dennoch nicht komplett entsprechen.






