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Robert Kyncl stand Rede und Antwort zur WMG-Quartalsbilanz

Der seit fünf Wochen im Amt stehende CEO der Warner Music Group, Robert Kyncl, stellt sich zur Quartalsbilanz des Unternehmens den Fragen der Investor:innen. Ins Gespräch kamen unter anderem Themen wie Sparmaßnahmen, Streaming und KI.

Robert Kyncl bezeichnete die vergangenen Monate als „hartes Quartal“, in dem WMG mit „makroökonomischem Gegenwind und den Auswirkungen von Wechselkursen zu kämpfen hatte“. Im Vergleich zum Vorjahr verbuchte Warner Music in diesem Zeitraum ein um Wechselkursschwankungen bereinigtes Umsatzminus von 2,7 Prozent.

In der zweiten Hälfte des Fiskaljahres stünden nun jedoch „stärkere Releases“ von Acts wie Ed Sheeran, Cardi B, David Guetta, Aya Nakamura und BeBe Rexha auf der Agenda.

An der Börse kam die jüngste Zwischenbilanz von Warner Music derweil nicht gut an: Kamen die an der Nasdaq gehandelten Papiere des Musikkonzerns am Vortag noch auf einen Schlusskurs von 36,66 Dollar, so gab der Aktienkurs am 9. Februar zwischenzeitlich bis auf 32,45 Dollar nach – ein Minus von mehr als elf Prozent. Im Laufe des Tages erholte sich der Kurs indes und lag zu Handelsschluss bei 35,09 Dollar, was einem Abschlag von gut vier Prozent zum Vortag entsprach.

Neben Kyncls unzufriedenstellender Bilanz und vor dem Hintergrund zunehmender Entlassungen im Tech-Bereich erwartete den WMG-Chef die Frage, ob auch Warner Music Kürzungen der Belegschaft vorsehe. Kyncl betonte in diesem Zusammenhang, dass die jüngsten Entwicklungen nicht zwangsläufig Entlassungen für das amerikanische Unternehmen bedeuten würde, insbesondere, da es „in den letzten Jahren wesentlich maßvoller“ mit seinem Personalwachstum umgegangen sei als andere in der Branche, „die jetzt erhebliche Entlassungen durchmachen“.

Ebenfalls zur Sprache kam das Thema Streaming. Kyncl, der zuvor Positionen bei Netflix und YouTube innehielt, verwies dabei auf Apple, Deezer und Amazon, die in seinen Augen durch Preisanpassungen „erste Schritte in die richtige Richtung gehen“. Er verglich hierbei die Kostenentwicklung für Musikabos mit der von TV und Film: So habe sich der Preis für Dienste wie Netflix seit 2011 ungefähr verdoppelt. Die Kosten für Musikabonnements seien seit Einführung der Technologie vor über einem Jahrzehnt jedoch gleich geblieben, wobei Nutzer:innen – anders als bei Film- und TV-Abos, von denen 80 Prozent der US-Haushalte monatlich mindestens drei verschiedene laufen haben – mit nur einem Abo „praktisch auf die gesamte jemals veröffentlichte Musik“ Zugriff hätten.

Die Investor:innen fragten den CEO auch zum Einsatz künstlicher Intelligenz, die Kyncl als eine „der transformativsten Dinge, die die Menschheit je gesehen hat“ beschreibt und die in seinen Augen die Möglichkeit biete, „Kreativität zu unterstützen und zu fördern“. Wichtig sei jedoch, von vornherein urheberrechtliche Fragen zu klären. Künstler:innen sollten zudem davor geschützt werden, dass KI ihre Arbeit „verwässere oder ersetze“. Positiv an der Technologie sei nach Kyncls Auffassung jedoch, dass KI der Musikbranche zum Beispiel bei der „Identifizierung und Nachverfolgung“ der Nutzung von Inhalten auf Plattformen helfen und somit genauere Ausschüttungen an Urheber:innen und Rechteinhaber:innen ermöglichen könne.