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GEMA bestätigt: Reform der Kulturförderung kommt

Rund 1200 Mitglieder der GEMA kamen vom 5. bis 7. Mai 2026 in Berlin zur Mitgliederversammlung zusammen. Im Fokus stand dabei die bis zuletzt wogende Diskussion um eine Reform der GEMA-Kulturförderung. Zum Abschluss der Versammlung meldet die Verwertungsgesellschaft nun, dass der entsprechende Antrag angenommen wurde.

“Mit einer deutlichen Zweidrittel-Mehrheit“ hätten die Mitglieder aus den Bereichen Komposition und Text sowie aus dem Musikverlagsgeschäft dem Antrag von Aufsichtsrat und Vorstand zugestimmt, bestätigte die GEMA am Nachmittag des 7. Mai 2026. Zuvor ließ sich das Ergebnis bereits über Beiträge in den sozialen Medien erahnen.

Nun wolle man Pläne zur Umsetzung der neuen Kulturförderung ausarbeiten, heißt es aus Berlin. Bis 2030 sei ein schrittweiser Übergang geplant. Ziel sei es, die bisherige Trennung der Förderung in die Bereiche E und U zu öffnen und „in eine genreübergreifende Förderung“ zu überführen: “ Dadurch eröffnen sich neue Chancen für die Mitglieder, insbesondere den Nachwuchs, und die Kontinuität der Förderung kann gesichert werden“, zeigt sich die Verwertungsgesellschaft in einer ersten Reaktion zuversichtlich.

„Die geringen Verdienste im Streaming, die Disruption durch neue Technologien und die wachsende Internationalisierung – all das stellt unsere Mitglieder jeden Tag vor die Herausforderung, wie sie von ihrem künstlerischen Schaffen leben können“, erläutert Georg Oeller als Mitglied des Vorstands der GEMA die Ausgangslage zusammenfassend. „Kulturelle Förderung“ müsse daher „die Vielfalt kreativen Schaffens in der Breite stärken“. Oeller ergänzt: „Mit ihrer Kulturförderung will die GEMA gestalten, die Fördermittel gezielt wieder dort einsetzen, wo sie echte Wirkung entfalten: bei besonderem Repertoire in allen Genres, bei Innovation und beim Nachwuchs.“ So wolle man künstlerische Entwicklung ermöglichen, „um Vielfalt auch langfristig zu sichern – gerade dort, wo Marktmechanismen allein zu kurz greifen“. 

Oeller erinnert zudem an die vorausgegangenen Diskussionen, die quasi mit dem Start der Mitgliederversammlung noch einmal hochkochten, und zeigt sich auch weiterhin gesprächsbereit: „Uns ist bewusst, dass die vorgeschlagenen Veränderungen unterschiedlich bewertet werden. Umso wichtiger ist es, den weiteren Weg im Dialog mit allen Mitgliedern zu gestalten und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.“

Als Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA betont derweil Ralf Weigand, dass sich die Zukunft der GEMA auch daran entscheide, „heute die richtigen Weichen für morgen“ zu stellen: „Unser Ziel ist es, das Repertoire unserer Mitglieder zu stärken, weiterzuentwickeln und auch unter veränderten Marktbedingungen sichtbar zu halten. Die Neue Kulturförderung der GEMA ist dabei im internationalen Vergleich einzigartig und ermöglicht weiterhin eine substanzielle Förderung kreativen Schaffens.“ Weigand dankt den Mitgliedern abschließen für das Vertrauen, „diesen Weg gemeinsam weiterzugehen“.

2025 hatte ein auch da schon viel diskutierter Vorstoß zum Thema Kulturförderung die dafür notwendige Zweidrittel-Mehrheit noch verfehlt. MusikWoche hatte zuletzt verschiedene Positionen zum Thema teils abgebildet und teils eingeholt.