Auslöser ist eine Recherche des Portals „404 Media“, die sich auf gehackten Quellcode aus den Jahren 2023 und 2024 stützt. Darin finden sich Verweise auf mehrere bekannte Musikplattformen, von denen Suno offenbar Material bezogen hat – darunter YouTube Music, Deezer, Genius, Freesound und Jamendo.
Nach Angaben von „404 Media“ sollen allein von YouTube Music mehr als zwei Millionen einzelne Musikclips stammen. Auch technische Details tauchen im Code auf – etwa der Einsatz von Proxydiensten beim Herunterladen von YouTube-Inhalten sowie Hinweise darauf, dass Suno gezielt nach A-cappella-Versionen von Songs gesucht habe, um Gesangsspuren zu isolieren.
Der für den Hack verantwortliche Angreifer, der sich ellie.191 nennt, gab an, über die Schadsoftware Shai-Hulud Zugangsdaten eines Suno-Mitarbeiters erbeutet zu haben. Dabei seien nach seinen Angaben auch persönliche Daten zahlreicher Suno-Kund:innen offengelegt worden, darunter Kontaktinformationen und Zahlungsdetails.
Suno bestreitet den Angriff nicht und lässt über einen Unternehmenssprecher erklären, dass es sich um einen „begrenzten Sicherheitsvorfall“ gehandelt habe, der rasch unter Kontrolle gebracht worden sei. Betroffen sei ausschließlich „veralteter Quellcode“, der im Unternehmen längst nicht mehr verwendet werde. Sensible persönliche Daten seien nicht kompromittiert worden. Zur Frage der Trainingsdaten verwies das Unternehmen auf frühere Stellungnahmen: Die Modelle seien mit öffentlich zugänglichem Material von Drittanbieter-Websites trainiert worden.
Die Enthüllungen könnten der Musikindustrie, etwa den Majors, Indies oder der GEMA, in ihrem Rechtsstreit gegen Suno in die Hände spielen: Die im Code dokumentierten Daten stützen laut „404 Media“ den Vorwurf von Universal Music Group und Sony Music Entertainment, Suno habe Songs direkt von YouTube kopiert. Suno verteidigt sich in der von der RIAA koordinierten Klage mit dem Argument, das Training mit urheberrechtlich geschütztem Material falle unter die „Fair Use“-Schranke.
Inmitten des Hackingskandals, Klagen sowie frischen Gerüchten zur Vorbereitung einer Initial Public Offering des Unternehmens verkündet der KI-Musikanbieter eine technische Neuerung: Suno kann nun in Apples Messaging-Dienst iMessage integriert werden.
Die Erweiterung von Suno in iMessage erlaubt es Nutzer:innen, in der Nachrichtenapp Songs zu erstellen und an andere zu verschicken, auch mit eigenen Gesangsaufnahmen oder eigenen Texten. Die Funktion baut auf der bestehenden iOS-App von Suno auf.







