Recorded & Publishing

DistroKid mistet angeblich nicht nur AI-Slop aus

Nach einer Klage der Universal Music Group gegen DistroKid hat der Vertriebsdienstleister offenbar begonnen, Tracks aus seinen Katalogen zu löschen. Das Vorgehen stößt bei manchen in der DIY-Szene auf Kritik.

Wenn es um die Flut an KI-Songs auf den Musikplattformen geht, wurde die DIY-Vertriebsplattform DistroKid schon lange als mögliche Quelle für zahlreiche fragwürdige Tracks genannt. Zunächst zumeist bloß hinter vorgehaltener Hand, zuletzt aber machte die Universal Music Group öffentlich, juristisch gegen den Distributor vorzugehen: In einer Mitte September bei einem US-Bezirksgericht in Delaware eingereichten Klage warf der Musikkonzern dem Unternehmen unter anderem vor, den Markt systematisch über die Herkunft von veröffentlichter Musik zu täuschen und in großem Umfang Urheberrechte zu verletzen. Zudem war DistroKid bei einer wenig später unter dem Motto „Streaming Integrity Initiative“ gestarteten Aktion, die es sich über Major- und Indie-Vertriebsgrenzen hinweg die Bekämpfung von Betrügereien im Musikstreaming zum Ziel gesetzt hat, nicht mit an Bord.

Nun reagiert man bei DistroKid ganz offenbar auf die Klage von Universal Music: Laut zahlreichen Medienberichten hat das Unternehmen damit begonnen, seine Kataloge zu durchforsten und möglicherweise fragwürdige Titel zurückzuziehen. Allerdings zeigen einzelne Stimmen, die zum Beispiel der US-Nachrichtendienst „The Verge“ zusammengetragen hat, dass vielleicht nicht bloß sogenannter KI-Slop auf der digitalen Kehrschaufel landete. So beklagt zum Beispiel ein Künstler, der sich Insane Ian nennt, die kommentarlose Entfernung eines Titels. Insane Ian kam mit seinen komödiantisch angelegten Inhalten bei Spotify am Mittag des 13. Oktobers 2026 auf 588 monatliche Hörer:innen. Auf weitere Stimmen bei unter anderem Reddit verweist zudem „Music Ally“.

Gegenüber „Billboard“ bestätigte inzwischen Amanda Ferri, die bei DistroKid als Vice President Artist Services aktiv ist, am 12. Oktober, dass eine „sehr geringe Anzahl“ von über DistroKid vertriebenen Aufnahmen „aufgrund von Ansprüchen seitens UMG entfernt“ worden sei: Man bestreite indes „nachdrücklich“ die der Klage von Universal Music zugrundeliegenden Vorwürfe und bedauere Probleme für betroffene Künstler:innen: „Wir arbeiten daran, diese Beeinträchtigungen zu minimieren und zugleich sicherzustellen, dass die Künstler ihre Musik weiterhin veröffentlichen können.“