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HMV streicht beim Flaggschiff nach drei Jahren die Segel

Die physischen Verkaufszahlen im britischen Musikmarkt zeigten zuletzt aufwärts. Dennoch will die Handelskette HMV die Türen der Filiale an der Oxford Street in London nach drei Jahren wieder schließen.

Das Fachgeschäft an der Oxford Street sei „wirtschaftlich nicht tragfähig“, erläuterte Phil Halliday als Managing Director von HMV im Gespräch unter anderem mit der „BBC“ und „Musicweek“. Das sei „frustrierend“, schließlich habe die Firmengeschichte an diesem Standort vor gut 100 Jahren begonnen, und die Wiedereröffnung des Stores im Jahr 2023 sei ein bedeutender Moment gewesen.

Als Grund für das neuerliche Aus verweist man bei HMV vor allem auf anstehende Mieterhöhungen: Die monatlichen Kosten für den Standort hätten sich demnach rund verdoppelt. Nun hält das Unternehmen Ausschau nach einem möglichen neuen Standort für das Flaggschiff-Geschäft im Londoner West End.

Das Weihnachtsgeschäft 2026 will man bei HMV offenbar noch mitnehmen, Ende März 2027 aber soll Schluss sein an der Oxford Street. Mehr als 50 Mitarbeitende sind von dem Schritt betroffen. Einige sollen die Möglichkeit haben, in den beiden anderen Londoner Filialen oder in der Zentrale der Handelskette unterzukommen.

Zur HMV-Gruppe gehören heute laut „BBC“-Zählung 113 Filialen in Großbritannien, sechs davon segeln unter der Flagge der Marke Fopp. In Europa zählen acht weitere zur Firmenfamilie.

Der britische Musikmarkt verbuchte im Jahr 2025 laut BPI-Branchenverband ein physisches Umsatzplus von 12,8 Prozent, zum Halbjahr 2026 wuchsen die Absatzzahlen beim Vinyl um 16,4 Prozent und als Geschäftsführer des Proper-Musikvertriebs taxiert Drew Hill das Absatzplus fürs laufende Jahr aktuell im Gespräch mit „Musicweek“ auf 14 Prozent. Die im Musikgeschäft möglichen Margen machten es Fachhändlern indes schon lange schwer, Standorte an Einkaufsmeilen zu betreiben.