Am 7. April 2026 übermittelte Bill Ackman mit seiner Investmentfirma ein offizielles Übernahmeangebot an den Vorstand der Universal Music Group (UMG). Pershing Square schnürte dabei für den Marktführer im weltweiten Musikgeschäft ein Paket im Wert von rund 56,56 Milliarden Euro.
Für den Major, der den Vorstoß wenig später bestätigte, würde der Vorgang einen massiven Umbruch bedeuten: Im Zuge des Deals würde der Musikkonzern in einem Übernahmevehikel aufgehen, an einer US-Börse statt an der Euronext in Amsterdam gelistet und der Vorstand würde umgekrempelt. Hier hat Pershing Square bereits den US-amerikanischen Medienmanager Michael Ovitz als neuen Chairman in Position gebracht.
Zudem, so viel machte Bill Ackman klar, solle die bestehende Beteiligung an Spotify veräußert werden. Der jüngste Geschäftsjahresbericht der UMG weist für den Musikkonzern noch ein Paket von rund 6,487 Millionen Spotify-Aktien aus, das man bei einem Aktienkurs von damals rund 495 Euro auf gut 3,2 Milliarden Euro taxiert; bei aktuellen Kursen unter 450 Euro fiele das Volumen entsprechend geringer aus.
Was ihn in Sachen Universal Music antreibt, schilderte Bill Ackman nun kürzlich in einem Gespräch mit dem Nachrichtendienst „Bloomberg“ – Spoiler: Um die Liebe zur Musik geht es ihm nicht.
„Universal Music hat bei den Aktionären und Analysten an Vertrauen eingebüßt“, führte Bill Ackman bei „Bloomberg“ aus. Auch deshalb liege der Aktienkurs der UMG, obwohl der Unternehmenswert seit dem Börsengang doch deutlich gewachsen sei, heute meist bei rund 18 bis 19 Euro – und damit unter der Erstnotierung, die im September 2021 bei 25 Euro lag: „Das ist keine gute Performance“, urteilte Bill Ackman, und fasste zusammen: „Der Konzern braucht einen Neustart.“ Zudem sei die UMG an der falschen Börse notiert, schließlich handele es sich bei dem Musikmajor doch eigentlich um ein US-Unternehmen: „Nach einer Transaktion würden wir Universal Music von Amsterdam an eine US-Börse umziehen.“
Ackman verwies zudem auf ungehobene Schätze bei der UMG wie die Beteiligung an Spotify: Das UMG-Team habe inzwischen – nach dem vorgelegten Angebot von Pershing Square – eingeräumt, die Hälfte dieser Anteile veräußern zu wollen. Er würde sich ganz davon trennen wollen.
Ackman lobte zudem Michael Ovitz als guten Manager, dessen Einsetzung allein bereits geeignet sei, den Wert der Unternehmung insgesamt zu steigern. Zudem, so unterstrich er, brauche die UMG eine andere – „bessere“ – Art der Kommunikation mit Anteilseignern und Investoren.
Dass eine Notierung an den Börsen in den USA in Hinblick auf stetige Kursgewinne kein Selbstläufer ist, musste Bill Ackman indes erst jüngst erfahren: Am 29. April brachte Pershing Square einen Fonds unter dem Namen Pershing Square USA Ltd. an die New York Stock Exchange. Dort fiel der Kurs vom Ausgabepreis in Höhe von 50 Dollar auf einen Schlusskurs von 40,90 Dollar; am 7. Mai schlossen die Papiere bei 42,33 Dollar.








