“Die Universal Music Group hat heute bestätigt, dass ihr Vorstand ein unaufgefordertes und unverbindliches Angebot von Pershing Square Capital Management erhalten hat“, teilte ein Sprecher des Musik-Majors in einem Rundschreiben mit. Jenes Angebot hatte die von Bill Ackman geleitete Kapitalgesellschaft am 7. April 2026 mit viel öffentlichem Aufsehen bekannt gegeben.
Wenn das Angebot angenommen wird und der Deal bis Ende des Jahres durchgeht – wovon Bill Ackman ausgeht –, würden die Aktionär:innen und Künstler:innen der Universal Music Group ziemlich große Summen erhalten. Die Anteilseigner:innen an der Euronext würden pro Wertpapier eine Barzahlung von 5,05 Euro sowie 0,77 Anteilsscheine an einer noch zu gründenden US-amerikanischen Aktiengesellschaft der Universal Music Group erhalten. Pershing Square berechnet die gesamte Summe pro Aktie damit auf 30,39 Euro. Allein das würde die Gesellschaft rund 56 Milliarden Euro kosten. Wer keine Anteile an der neuen Gesellschaft möchte, erhält eine Barsumme von gut 22 Euro. Beide Summen lägen deutlich über dem aktuellen Kurs an der Amsterdamer Euronext.
Den Künstler:innen würde laut einem Schreiben des Ackman-Unternehmens eine Summe von bis zu 750 Millionen Euro zustehen, da der Investor plant, die Anteile der UMG an Spotify zu verkaufen. In einer früheren Vereinbarung wurde festgelegt, dass die Kapitalgewinne aus einem solchen Verkauf den Künstler:innen zustehen.
Ackman möchte auch personelle Veränderungen umsetzen: So soll mit Michael Ovitz ein Veteran des US-Medienbusinesses als Chairman bei dem Major einsteigen. Zudem stehe der Vertrag von CEO und Noch-Chairman Lucian Grainge auf dem Prüfstand. Wie Ackman bei einem Investor-Call am 7. April bekannt gab, hätten die drei Manager:innen jüngst bei einem Abendessen bereits über die Zukunft gesprochen.
Im jüngsten Statement der Universal Music Group zeigt sich das Unternehmen allerdings noch verhalten. Ganz nüchtern formuliert man: „Das Board of Directors wird den Vorschlag gemeinsam mit seinen Berater:innen im Einklang mit seinen treuhänderischen Pflichten prüfen und dessen Auswirkungen auf die Aktionär:innen, Mitarbeiter:innen, Künstler:innen, Songwriter:innen und andere Interessengruppen analysieren. Das Board of Directors hat volles Vertrauen in die Strategie von UMG sowie in die Führung durch Sir Lucian Grainge und das Managementteam des Unternehmens. UMG wird sich bis zum Abschluss der Prüfung durch das Board of Directors nicht weiter zu dem Angebot äußern.“







