Der Geiger und Komponist Schnuckenack Reinhardt ist am Ostersamstag im Alter von 85 Jahren verstorben, wie der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg mitteilte. Wie sein legendärer Cousin Django Reinhardt galt er als Koryphäe des „Zigeunerjazz“.
Der Vorsitzende des Zentralrats, Romani Rose, würdigte die „jahrzehntelangen großen Verdienste“ des beliebten Künstlers. „Der virtuose Geiger und Komponist hat die Musik der Sinti und Roma in Deutschland und darüber hinaus wie kein anderer geprägt und populär gemacht.“
Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck gedachte des bekannten Sohns seines Landes: „Die Welt hat einen großen Musiker verloren. Generationen hat er fasziniert. Wenn Schnuckenack spielte, swingten alle. Sein Repertoire war unendlich, sein Stil einmalig.“ Als „virtuos und innig“ beschrieb der designierte SPD-Vorsitzende in seiner Trauerrede Reinhardts Art der Verschmelzung von Jazz, Folklore, Swing, Csardas und Valse Musette.
Der 1921 im pfälzischen Weinsheim geborene Reinhardt studierte Musik am Konservatorium in Mainz. Während der Nazizeit wurde er 1940 nach Polen verschleppt, konnte aber mit seiner Familie fliehen und kehrte nach Jahren im Untergrund nach dem Krieg in seine Heimat zurück. Bekannt wurde er unter anderem durch seine Auftritte bei den Festivals auf Burg Waldeck. Zu seinem 75. Geburtstag erhielt Reinhardt für seine Verdienst um die Musik die Peter-Cornelius-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz.



