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Frankfurt will Roger Waters nicht willkommen heißen

Am 28. Mai soll Roger Waters ein Konzert in der Frankfurter Festhalle auf dem Messegelände spielen. Die Stadt wolle das nun verhindern.

Am 28. Mai 2023 soll Roger Waters ein Konzert in der Frankfurter Festhalle auf dem Messegelände spielen. Die Stadt wolle das nun verhindern.

Diese Entscheidung soll Planungsdezernent Mike Josef nach Abstimmung mit der jüdischen Gemeinde in Frankfurt vor dem Kulturausschuss verkündet haben, wie die Frankfurter Rundschau berichtete.

Als Grund soll Josef „antisemitische Aussagen und Symbole“ angeführt haben, die das Pink-Floyd-Mitglied auf Konzerten zum Einsatz bringe. Der SPD-Politiker soll sich dabei auf einen Vorfall aus dem Jahr 2013 bezogen haben, als Rogers bei einem seiner Konzerte einen Schweineballon mit Judenstern steigen ließ. In diesem Zusammenhang habe Josef hinzugefügt: „Die Kunstfreiheit hört da auf, wo es klar antisemitisch wird. Antisemitismus hat keinen Platz in dieser Stadt.“

Am 10. Februar wolle der Magistrat einen Antrag verfassen, um beim Messe-Aufsichtsrat eine Vertragsauflösung zu bewirken. Die Geschäftsführung der Messe, die zu 60 Prozent der Stadt Frankfurt und zu 40 Prozent dem Land Hessen gehört, soll laut Josef betont haben, dass sie sich bei einem Vertragsbruch ihrerseits haftbar mache.

Veranstalter FKP Scorpio könne im Fall einer Absage laut dem SPD-Politiker unterdessen mit einem Schadensersatz in noch unbekannter Höhe rechnen. Im November letzten Jahres distanzierte sich das Hamburger Unternehmen von Waters’ politischer Agenda. Bis dato geht der Ticketverkauf weiter.

In anderen deutschen Städten wie München und Berlin laufen die Debatten heiß, ob Rogers eine Plattform – insbesondere auf städtischer Ebene – für seine Kunst und Person bekommen darf.

Neben antisemitischen Bemerkungen bezog Rogers in den Medien ebenfalls eine russlandfreundliche Stellung zum Ukrainekrieg.