Die Bundesstiftung LiveKultur will das Solidaritätsmodell Club-Euro künftig bundesweit etablieren. Grundlage dafür ist eine Projektförderung der Initiative Musik. Die Kölner Klubkomm hatte das Modell im Rahmen der c/o pop als regionales Instrument eingeführt, bereits damals kündigten die LiveKomm und die Bundesstiftung LiveKultur an, regionale Solidaritätsmodelle perspektivisch bundesweit zusammenzuführen.
Ab dem 1. September übernimmt Zora Brändle von Delta Konzerte und halle02 die Projektleitung. Interessierte Clubs und Spielstätten können sich ab sofort zur Teilnahme melden.
Als Hintergrund verweisen die Verantwortlichen auf den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestags, der die Krise der Clubszene als strukturell statt konjunkturell einstufe und die Gesetzgebungskompetenz des Bundes für eine Abgabe im Livemusikbereich bestätige. Eine Berliner Studie der Clubcommission zeige zudem: Nicht die Nachfrage bricht ein, sondern die wirtschaftliche Tragfähigkeit. Nur 61 Prozent der befragten Clubs arbeiten noch kostendeckend.
„Wenn sich die Häuser selbst in Berlin, bei maximaler Nachfrage, nicht mehr tragen, dann liegt das Problem nicht am Publikum. Dann ist das Finanzierungsmodell der Livekultur nicht mehr tragfähig“, so Felix Grädler, Vorstandsmitglied der Bundesstiftung LiveKultur, die Anfang des Jahres bereits nach britischem Vorbild den Live Music Fund Germany auf den Weg brachte.
Grädler ergänzt zudem: „Wir können nicht darauf warten, bis die Politik alle Weichen gestellt hat. Deshalb organisieren die Clubs ihre Solidarität jetzt selbst – und laden alle Spielstätten ein, mitzumachen.“
Beim Club-Euro erheben teilnehmende Spielstätten einen zusätzlichen Euro pro verkauftem Ticket, der in einen gemeinsamen Topf fließt. Über einen Schlüssel fließt das Geld zurück, größere Häuser unterstützen so kleinere, nach Vorbild des in Köln erprobten Modells.
Das Pilotprojekt soll in mehreren Metropolregionen testen, unter welchen Bedingungen es trägt, etwa mit Blick auf Beteiligungsbereitschaft und Anreizstrukturen. Auch die Akzeptanz der Governance-Struktur soll dabei geprüft werden. Parallel entsteht ein Kommunikationsansatz zur Vermittlung des Modells.






