“Mit dem Club Euro zeigen wir, was unsere Szene mit Solidarität und aus eigener Kraft leisten kann: Einen großen Beitrag zum Erhalt der kulturellen Experimente und den kleinen Bühnen, auf denen Künstler:innen wachsen können“, sagte Paulina Rduch (Zum goldenen Schuss, Bumann & Sohn) als Vorsitzende der Kölner Klubkomm am 16. April 2026 bei der Präsentation des Projekts. Allerdings dürfe dieser Beitrag „nicht als Rückzug aus der Förderverantwortung für Stadt, Land oder Bund verstanden werden“, ergänzte sie: „Vielmehr verdeutlicht der Zusammenschluss der Spielstätten einmal mehr ihre außerordentliche Relevanz und Begeisterung für den Musik- und Kulturstandort Köln.“
Mit dem Club Euro führt die Kölner Konzertszene eine solidarische Ticketgebühr in Höhe von einem Euro ein – und wertet das angesichts wachsender Kosten und knapper Margen als ein „visionäres Modell der Gemeinschaft“ um „die kulturelle Infrastruktur“ der Spielstätten „nachhaltig zu stabilisieren“. Der Club Euro sei „keine bloße Abgabe, sondern ein kulturpolitisches Instrument“, heißt es aus der Domstadt.
„In Clubs konnten wir uns ein Publikum erspielen. Clubs sind die Grundlage für eine lebendige LiveKultur. Diese Grundlage muss geschützt werden, darum ist die Initative Club Euro in Köln so wichtig.“ Christopher Annen, AnnenMayKantereit
Der Club Euro soll fortan „auf jedes Ticket einer Konzert- oder konzertähnlichen Veranstaltung in allen relevanten Kölner Clubs erhoben“ werden. Große Spielstätten würden dabei einen Teil ihrer Einnahmen in einen Fonds abgeben, „aus dem kleine Bühnen durch zusätzliche Bezuschussung unterstützt werden“. Somit wolle man sicherstellen, „dass die Orte erhalten bleiben, an denen künstlerische Biografien beginnen und kulturelle Vielfalt entsteht“, teilt die Klubkomm mit, die das Modell als eine „Eigenleistung der freien Live-Szene“ bezeichnet, die – abseits von Großveranstaltungen im Stadion und der Arena – mit ihren Konzerten mehr als 1,5 Millionen Menschen pro Jahr erreichen würde. Die großen Spielstätten, so heißt es, hätten das Projekt und das Verteilsystem von Anfang an mitgestaltet.
Dabei soll der Club Euro keine „isolierte Insel-Lösung“ sein, vielmehr bestehe ein „enger Austausch mit internationalen und nationalen Initiativen wie dem Live Music Fund Germany“, um „Synergien zu nutzen und das Kölner Modell bundesweit als potentielles Best-Case-Szenario zu positionieren“, ergänzt die Klubkomm. Die bundesweit aktiven Organisationen LiveKomm und Bundesstiftung LiveKultur hatten lokale Initiativen wie den Club Euro erst jüngst begrüßt.
„Als c/o pop Festival verstehen wir uns seit jeher als Entdeckerplattform“, kommentiert Norbert Oberhaus als cologne-on-pop-Geschäftsführer: „Doch Entdeckungen brauchen einen Nährboden, und der wird in den kleinen Clubs dieser Stadt bereitet. Ohne diese Nachwuchsarbeit gäbe es keine Headliner von morgen. Deshalb beteiligen wir uns als Festival am Club Euro und würden uns wünschen, dass diesem Beispiel noch viele weitere Festivals folgen. Denn nur gemeinsam halten wir den Musikstandort Köln lebendig, unabhängig und zukunftssicher.“
Am Club Euro beteiligen sich bisher laut Klubkomm Palladium, E-Werk, Carlswerk Victoria, Stadthalle Köln, Live Music Hall, Essigfabrik, Kantine, Gloria, Odonien, Kulturkirche Köln, Club Bahnhof Ehrenfeld, Luxor, Club Volta, Gebäude 9, Gewölbe, Artheater, Garagen, Helios37, MTC, YUCA, Bumann & Sohn, Yard Club, Blue Shell, Subway, Veedel Club, Sonic Ballroom die wohngemeinschaft und Stereo Wonderland.
Laut Jan van Weegen, Betreiber des Gebäude 9, gebe der Club Euro den Spielstätten in Kombination mit Kulturförderungen „mehr Spielräume, um weiterhin Nachwuchsprogramme und diverses Booking zu ermöglichen, angemessene Gagen zu zahlen und Konzerte in der Qualität anzubieten, die uns wichtig ist. Es ist ein sehr wertschätzendes Signal, dass die großen Spielstätten uns hierbei unterstützen wollen.“






