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Lokale Initiativen wollen Live-Infrastruktur bundesweit stärken

Regionale Solidaritätsmodelle wollen den wirtschaftlichen Druck auf die Livemusikstrukturen an der Basis abfedern. Die LiveKomm und die Bundesstiftung LiveKultur begrüßen diesen Schritt.

Regionale Solidaritätsmodelle sollen perspektivisch in eine bundesweite Lösung überführt werden „mit dem Ziel, eine gemeinsame Struktur zur Stabilisierung zu schaffen“, teilt die LiveKomm mit und weist darauf hin, dass auch international vergleichbare branchengetragene Modelle existierten, wie etwa der Liveline Fund des Music Venue Trust.

Neben bereits länger etablierten Modellen in Städten wie Hamburg und Leipzig – darunter „FairTix“ – wird im April Köln bei der c/o pop Convention die Initiative „Club Euro“ vorgestellt.

„Gerade angesichts des steigenden wirtschaftlichen Drucks auf Clubs und Veranstalter:innen entstehen so konkrete Lösungen aus der Branche heraus. Die Bewegung in der Branche, selbst Verantwortung für den Fortbestand ihres eigenen Ökosystems – des ‚Circle of Live‘ – zu übernehmen, ist nicht mehr aufzuhalten“, ist sich die LiveKomm sicher.

„Mit dem Club Euro gehen wir einen wichtigen Schritt, um unsere lokale Infrastruktur zu stabilisieren“, erläutert Paulina Rduch, 1. Vorsitzende des Verbands Kölner Clubs und Veranstalter*innen (Klubkomm). „Gleichzeitig ist klar: Die Herausforderungen sind nicht auf Köln beschränkt. Regionale Modelle müssen perspektivisch zusammengeführt werden, um ihre volle Wirkung zu entfalten.“ Die lokalen Initiativen zeigten die große Stärke dieser Netzwerke: Sie würden schnell, vernetzt und nah an den Bedürfnissen der Szene agieren.

Felix Grädler, Vorstandsmitglied der Bundesstiftung LiveKultur und Initiator des Live Music Fund, betont: „Die lokalen Initiativen sind ein starkes Signal aus der Branche. Jetzt geht es darum, diese Dynamik zusammenzuführen und daraus eine tragfähige bundesweite Lösung zu entwickeln. Schon jetzt tauschen sich mehrere LiveKomm Netzwerke zur Implementierung von bestehenden Modellen sowie zur Gründung eigener Systeme aus, die dann perspektivisch unter das Dach des Live Music Funds gehen.“ Gleichzeitig werde deutlich: Lokale Lösungen seien ein wichtiger erster Schritt. Langfristig brauche es jedoch eine gemeinsame, übergeordnete und bundesweite Struktur.

Für Christian Ordon, Geschäftsführer LiveKomm, ist die angespannte wirtschaftliche Situation der Livespielstätten strukturell, nicht temporär: „Deshalb braucht es nachhaltige Antworten. Der Live Music Fund ist dafür der richtige Ansatz, weil er die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick nimmt.“

Abschließend heißt es in der Mitteilung, dass die lokalen Initiativen eine gemeinsame Richtung zeigten: „Perspektivisch kann daraus ein bundesweit wirksames Modell entstehen, das den Livemusiksektor langfristig stärkt. Die Bundesstiftung LiveKultur lädt alle bestehenden und neuen Initiativen ein, sich unter dem Dach des Live Music Fund Germany zu bündeln.“