Interview mit Caba Kroll: „Wir bieten den ersten wichtigen Kontakt zur Branche‘

Zusammen mit plattenmann.de-Geschäfsführer Jörg Böhm und dem Gastronomie-Experten Klaus Fröhlich veranstaltet , Geschäftsführer der Agentur , nun bereits zum elften Mal das DJ Meeting. Im Gespräch mit musikwoche.de berichtet Kroll von den Neuerungen. Dazu gehören das von musikwoche.de präsentierte Branchenpanel und ein eigener Dance-Award.

musikwoche.de: Waren Sie mit dem DJ Meeting im vergangenen Jahr zufrieden?

Caba Kroll: Nachdem das Bochumer tarm Center als Veranstaltungsort für das DJ Meeting zu klein geworden war, hatten wir uns für die Turbinenhalle entschieden. Die Zusammenarbeit mit der dortigen Geschäftsleitung hat hervorragend funktioniert. Die räumliche Aufteilung der Halle ist uns sehr entgegengekommen und hat uns neue Gestaltungsmöglichkeiten für das Meeting eröffnet, das wir auch in den nächsten Jahren dort durchführen werden.

mw: Nach dem DJ Meeting 2000 meldeten einige Teilnehmer Kritik an.

Kroll: Die war zum Teil natürlich berechtigt. Die Sauberkeit der Messe und die Qualität des Sound- sowie Lightsystems ließen sehr zu wünschen übrig. Hier werden wir in diesem Jahr durch mehr Personal, eine neue Sound-Technik und dem Einsatz eines mächtigen tarm Lasersystems auf jeden Fall Abhilfe schaffen. Auch die Platzaufteilung der Messeboxen war etwas ungünstig gewählt. Durch die Verlegung der Messe in die großen Nebenhallen wird sich die Platzsituation entspannen.

mw: Gibt es Kriterien bei der Anmeldung?

Kroll: Wir unterscheiden bei der Annahme der DJ-Anmeldungen nicht zwischen Wichtig-, Großraum-, Club-, und anderen DJs. Alle DJs mit Tätigkeitsnachweis sind uns willkommen, da alle diese verschiedenen Gruppen für die Bildung der deutschen Musikszene, die Verkaufs-Charts und somit auch für unsere Aussteller wichtig sind.

mw: Die Anzahl der Dance-Messen steigt unaufhörlich. Wo liegt die Stärke des DJ Meetings?

Kroll: Das DJ Meeting zeichnet sich durch seinen langjährigen Aufbau und der Entwicklung zu einem bundesweit anerkannten Treffpunkt für die Musikindustrie sowie für Offenheit auch gegenüber der kommerzielleren Musik aus. Dagegen beschränken sich die Events etwa in Amsterdam und auf Ibiza doch stark auf die trendige Clubszene. Zudem macht die weite Anreise diese Messen für den großen Teil der deutschen DJs uninteressant. Dadurch, dass wir keine Gagen für das Live-Programm zahlen, können wir die Teilnahmegebühren für DJs und Eintrittspreise für andere Besucher so gering halten.

mw: Erstmals verleihen die Veranstalter DJ Meeting Awards. Mit welchem Zweck?

Kroll: Wir möchten damit den deutschen DJs die Möglichkeit geben, ihre Favoriten direkt und ohne den Einfluss von irgendeiner Jury oder Nominierungen zu wählen. Eine durchsichtige Wahl garantiert, dass hier die Meinung von rund 70 Prozent der deutschen DJs wiedergegeben wird. Außerdem beschränken wir uns auf die Wahl in Kategorien aus dem nationalen Bereich. Mit den German Dance Awards wollen wir uns nicht vergleichen, da dort auch im internationalen Bereich sehr gut gearbeitet wird. Ihr Mangel, dass gewisse Sparten der Dance Musik bei den Nominierungen nicht berücksichtigt werden, möchten wir mit unserem Award jedoch ausgleichen. Denn wenn es um einen Award im Bereich Dance geht, müssen einfach alle Sparten berücksichtigt werden. Und auch der einfache DJ sollte eine Möglichkeit haben, seine Meinung einfließen zu lassen.

mw: Auch ein Panel gehört zu den Neuerungen.

Kroll: Mit dem Panel machen wir einen nächsten Schritt zur Erweiterung des DJ Meetings. DJ Promoter, Produzenten oder andere Personen der Musikindustrie sollen sich öffentlich den Fragen der DJs stellen.

mw: Wie wichtig ist die abendliche Öffnung für Endverbraucher?

Kroll: Am Anfang war das Meeting als Treffpunkt für DJs und als Basis für einen Meinungsaustausch gedacht. Über die Entwicklung zur Messe hinaus hat sich auch die anschließende Party immer weiterentwickelt. Um hierfür eine gute Atmosphäre zu schaffen, sind wir auf weitere Gäste angewiesen. Das hat auch für den gerade aktiven Gast-DJ den Vorteil, sich den anwesenden Gastronomen und Discothekenbesitzern zu präsentieren.

mw: Bieten Sie der Musikbranche auch Möglichkeiten, Business zu betreiben?

Kroll: Hauptziel des Meetings ist das direkte Aufeinandertreffen von DJ und Musikindustrie. Wir halten das persönliche Gespräch zwischen DJ und DJ-Promoter für sehr wichtig. Die Beziehung untereinander wird besser und das wirkt sich auf Tippzettel und Playlist der DJs für die Charts aus. Da die vielen DJs, die mit dem Produzieren anfangen, nur schwer einen Zugang zur Musikindustrie bekommen, bietet sich auch hier eine weitere Möglichkeit an. Sicherlich werden hier keine großen Verträge abgeschlossen, aber bestimmt wird auch das ein oder andere neue Talent entdeckt. Für viele DJs bieten wir den ersten wichtigen Kontakt zur Branche.

mw: Berichtet Viva wieder vom DJ Meeting?

Kroll: Viva wird wieder eine Sondersendung „Club Rotation“ ausstrahlen. Für uns ist dieses natürlich eine sehr gute Möglichkeit, uns der Öffentlichkeit zu präsentieren. Viva kann aus dem Bildmaterial eine sehr interessante Sendung mit vielen Künstlern und wenig Aufwand gestalten.