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CTS Eventim wächst zum Halbjahr 2026 zweistellig

Der deutsche Livekonzern CTS Eventim legte am Abend des 20. Augusts 2026 seine Geschäftszahlen des ersten Halbjahres vor. Im Vergleich zu den schwachen ersten sechs Monaten im Vorjahr kann sich das Unternehmen sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis steigern.

CTS Eventim konnte im ersten Halbjahr 2026 sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis ein zweistelliges Wachstum verzeichnen. Wie das Unternehmen am Abend des 20. August mitteilte, stieg der Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16,9 Prozent auf 1,513 Milliarden Euro. Das Adjusted EBITDA wuchs um 12,4 Prozent auf 225,4 Millionen Euro, während die entsprechende Marge von 15,5 auf 14,9 Prozent zurückging. Das EBIT legte mit einem Plus von 15,3 Prozent auf 174,6 Millionen Euro stärker zu als das Adjusted EBITDA. Das Ergebnis je Aktie kletterte um 34,2 Prozent auf 1,25 Euro. Laut Unternehmensangaben trug dazu vor allem ein verbessertes Finanzergebnis infolge positiver Wechselkurseffekte bei.

„In einem wirtschaftlich und geopolitisch anspruchsvollen Umfeld wächst CTS Eventim konstant profitabel“, bilanziert CEO Klaus-Peter Schulenberg. „Unsere starke Position in Europa und unsere wachsende globale Präsenz unterstreichen die ungebrochene Stärke unseres Geschäftsmodells. Sie ist die Basis, um unseren nachhaltigen Wachstumskurs auch in den kommenden Jahren fortzusetzen.“

Betrachtet man das zweite Quartal losgelöst vom Halbjahr, stieg der Umsatz um 13,0 Prozent auf 899,3 Millionen Euro und das Adjusted EBITDA um 6,2 Prozent auf 106,4 Millionen Euro.

Im Segment Ticketing wuchs der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um 13,9 Prozent auf 473,3 Millionen Euro. Das Adjusted EBITDA legte um 3,4 Prozent auf 172,5 Millionen Euro zu, während die Marge von 40,1 auf 36,4 Prozent fiel.

CFO William Willms führte dies im Earnings Call auf temporäre Effekte zurück: Einerseits verändere sich der Umsatzmix durch das margenschwächere Geschäft rund um die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Andererseits belaste das neu gestartete Operational-Excellence-Programm die Ergebnisse mit Kosten im niedrigen bis mittleren einstelligen Millionenbereich pro Quartal. Mit diesem Programm will CTS Eventim seine Prozesse für weiteres Wachstum bis 2030 modernisieren. Konkrete Effizienzgewinne werden erst ab 2027 erwartet. Auch der bereits 2025 kommunizierte Wegfall von Teilen des Partnergeschäfts mit Stage Entertainment schlägt weiterhin mit einem hohen einstelligen Millionenbetrag beim Umsatz zu Buche.

Investor-Relations-Chef Marco Haeckermann machte nähere Angaben zum LA28-Geschäft. Der dreijährige Vertrag mit dem Internationalen Olympischen Komitee bringe CTS Eventim gemeinsam mit dem Partnerunternehmen AXS Umsätze im niedrigen dreistelligen Millionenbereich bei einer Marge zwischen 20 und 30 Prozent. Der erste Ticketverkaufsstart im zweiten Quartal habe bei entsprechender Marge einen Umsatzbeitrag im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich geliefert; rund vier Millionen Tickets seien abgesetzt worden.

Das Segment Live Entertainment wuchs um 18,6 Prozent auf 1,061 Milliarden Euro und überschritt damit erstmals innerhalb eines ersten Halbjahres die Milliardenmarke. Das Adjusted EBITDA stieg um 57,1 Prozent auf 52,9 Millionen Euro und die Marge verbesserte sich von 3,8 auf 5,0 Prozent. Laut Unternehmensangaben trugen dazu vor allem ein starkes Portfolio an Konzerten und Festivals in Deutschland und Italien, die Trendwende im US-Promotergeschäft und ein solider Beitrag des Venue-Geschäfts bei.

Zu den Höhepunkten zählten die ausverkauften Festivals Rock am Ring und Rock im Park sowie die Jubiläumsausgabe des Hurricane-Festivals. Die Anlaufphase der neuen, mit netto gut 400 Millionen Euro finanzierten Arena Unipol Dome in Mailand dämpfte die Venue-Marge im zweiten Quartal. Bereinigt davon lag sie leicht über dem Vorjahresniveau. Ab dem dritten Quartal soll die Arena zum operativen Ergebnis beitragen.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte der Vorstand die bestehende Prognose. Für den 20. November kündigte CTS Eventim seinen Capital Markets Day im Unipol Dome an, bei dem die strategischen Ziele bis 2030 vorgestellt werden sollen.

Nachdem der Aktienwert der CTS Eventim (EVD:ETR) im Vergleich zum Schlusskurs am Vortag um rund acht Prozent nachgegeben hatte, erholte sich der Preis pro Wertpapier mittlerweile halbwegs und steht zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nur knapp unter dem Vortageswert.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass CTS Eventim trotz starker Umsatzwachstumsraten weiterhin mit Schwierigkeiten an der Börse kämpft. Im Herbst 2025 lag der Kurs der Aktie des von Klaus-Peter Schulenberg geleiteten Unternehmens noch regelmäßig bei rund 80 Euro. Bis zur Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 fiel der Kurs jedoch kontinuierlich. Nach der Veröffentlichung rauschte der Kurs zeitweise um ein Viertel ab, konnte sich aber mit der Zeit wieder bei etwa 50 bis 55 Euro stabilisieren.