GfK-Konsumentenanalyse: Zahl der Nichtkäufer steigt

Mit Schuld an den Umsatzeinbußen der deutschen Tonträgerindustrie dürfte auch die Veränderung der Käuferstruktur haben. Dies zeigt eine Analyse der Käuferstruktur in Deutschland.

Laut GfK Panel Services lässt sich feststellen, dass in den letzten Jahren die Zahl der so genannten Intensivkäufer stetig zurück ging. Musikkonsumenten, die mehr als neun CDs pro Jahr kaufen, machten im Jahr 2000 nur noch 5,4 Prozent der Gesamtkonsumentenzahl aus. 1995 lag dieser Anteil noch bei 6,4 Prozent.

Diese Intensivkäufer machten jedoch 2000 rund 44 Prozent des gesamten Tonträgerumsatzes aus. Umso schwerer wiegt für die Branche der Rückgang dieser Käuferschicht. Die Zahl der Durchschnittskäufer, die vier bis neun CDs pro Jahr erwerben und rund ein Drittel des Gesamtumsatzes verursachen, blieb in den letzten fünf Jahren mit einem Anteil von 13,3 Prozent (2000) nahezu konstant.

Gleiches gilt für die Zahl der Extensivkäufer (eine bis drei CDs pro Jahr). Auffällig ist hingegen der Anstieg der Nichtkäufer: Diese potenzielle Käufergruppe macht inzwischen einen Anteil von 51,1 Prozent aus. Aufgeschlüsselt nach Altersgruppen zeigt sich, dass die 30- bis 39-Jährigen mit 28,2 Prozent (1999: 28,2 Prozent) die intensivsten Konsumenten von Musik sind, gefolgt von den 20- bis 29-Jährigen mit 25,7 Prozent (1999: 26,3 Prozent) und den 40- bis 49-Jährigen mit 17,2 Prozent (1999: 17,9 Prozent).

Gemessen an der demographischen Struktur der Bundesrepublik haben die „Thirty-Somethings“ ebenfalls die Nase vorn: 70,6 Prozent der 30- bis 39-jährigen Deutschen sind auch Musikkonsumenten. Gleiches gilt für die „Twens“: Von allen 20- bis 29-jährigen Deutschen kaufen auch 70,2 Prozent Musik-produkte. Der Rückgang bei den Intensivkäufern und der gesunkene Tonträgerabsatz sei aber „keineswegs Ausdruck schwindenen Interesses an der Musik“, konstatiert der Bundesverband.

Vielmehr sei die „Selbstversorgung“ aus illegalen Quellen und die private Vervielfältigung für die Musiknutzung inzwischen „praktisch genauso wichtig“ wie CD-Käufe. Dies schlage sich auch in der Anzahl der Beschäftigten in der Musikbranche nieder. Dort habe man nach einem Hoch im Jahre 1993 nun auch Rückschläge verzeichnen müssen (siehe Abbildung 5).