Der Dachverband der unabhängigen Musikunternehmen Europas sortiert den Kauf von Zebralution Music durch Warner Music in einer ersten Reaktion in eine ganze Reihe jüngerer Übernahmen im Musikgeschäft ein: So folge dieser Deal auf die Übernahme von Revelator durch Warner Music nur wenige Monate zuvor oder den Verkauf von Downtown an die Universal Music Group im vergangenen Jahr.
„Der Deal unterstreicht die beachtlichen Leistungen von Zebralution – einem direkten Mitglied von Impala“, heißt es dazu in einem Statement des Brüsseler Verbands, wo man zudem an die kartellrechtliche Geschichte rund um Universal Music, EMI, Parlophone, Warner Music und die Europäische Kommission erinnert.
Auch wenn schon das ein Erfolg gewesen sei, so habe der unabhängige Musiksektor mit dem aktuellen Deal doch „einen weiteren Teil seiner Infrastruktur verloren – und Europa einen Teil seiner Vielfalt“, kritisiert der Imapala-Verband: „Labels und Künstler:innen, die sich bewusst für einen unabhängigen Vertrieb entschieden hatten, finden sich nun innerhalb des Netzwerks eines Major-Konzerns wieder.“ Das unterstreiche, „wie wichtig ein strategischer europäischer Ansatz für die Kultur ist – ein Ansatz, der die Bedeutung einer unabhängigen Infrastruktur anerkennt und sicherstellt, dass kulturelle Vielfalt ein zentraler Bestandteil der EU-Politik bleibt“, heißt es aus Brüssel.
Beim Impala-Verband verknüpft man die Kritik am Deal mit zwei Botschaften: So fordert man von Warner Music, dass der Konzern Kunden von Zebralution Music, die weiterhin unabhängig bleiben wollen, einen zügigen Wechsel ermögliche und die anderen in Hinblick auf Vergütung und Werbemaßnahmen nicht schlechter stelle als andere Künstler:innen bei Warner Music. Der zweite Teil der Botschaft richtet sich derweil als Appell an die politischen Entscheidungsträger der EU: „Kulturelle Vielfalt ist eine der größten Stärken Europas – und unabhängige Labels sowie Vertriebsunternehmen sind für sie unverzichtbar“, formuliert das Impala-Team. Diese Firmen bräuchten indes „die richtigen Rahmenbedingungen, um wachsen und im Wettbewerb bestehen zu können“: „Da die EU derzeit zentrale politische Bereiche – darunter Urheberrecht, KI und Wettbewerb – überprüft und an der Umsetzung ihres Cultural Compass arbeitet, fordern wir die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich dazu auf, einen sektorspezifischen Ansatz zu verfolgen.“
Es sei nur schwer nachvollziehbar, „wenn ein Unternehmen, das ursprünglich veräußert wurde, um den Wettbewerb durch eine Stärkung des unabhängigen Sektors zu fördern, später wieder zurückgekauft wird“, heißt es weiter aus Brüssel. Für den Aufbau eines neuen Unternehmens vom Schlage einer Zebralution seien unter anderem gezielte Finanzierungsoptionen essenziell: „Wir müssen die kulturelle Vielfalt und die kleineren Akteure in den Mittelpunkt des europäischen Ansatzes stellen und so unser Wachstum sowie unsere Wettbewerbsfähigkeit fördern“, mahnt der Verband: „Machen wir Europa zum weltweit besten Ort für Kultur!“
Zuvor hatte sich bereits der deutsche VUT kritisch zu der am 3. November bestätigten Übernahme von Zebralution Music durch Warner Music positioniert und den Vorgang als „Backpfeife“ für die Indie-Szene bezeichnet. Im Gespräch mit MusikWoche erläuterten derweil Sascha Lazimbat und Konrad von Löhneysen als Co-CEO von Zebralution Music Details zum Kauf.






