Die Warner Music Group gab die Übernahme der Zebralution Music GmbH von Bookwire am 3. November 2026 bekannt. Bei Zebralution Music handelt es sich um den ausgegründeten Musikarm von Zebralution, die Geschäftsbereiche rund um Spoken Word, Podcast und E-Books hat Bookwire nach der Übernahme der Firma Anfang 2026 inzwischen in die eigenen Aktivitäten integriert.
Bei Zebralution Music bleibt die Führungsriege um die Co-CEOs und Gründer Konrad von Löhneysen und Sascha Lazimbat an Bord und soll das Vertriebsgeschäft des Unternehmens auch künftig lenken. Dabei sollen sie eng mit Niels Walboomers als President Warner Music Central Europe zusammenarbeiten, um gemeinsam „die strategischen Weichen für weiteres Wachstum zu stellen“.
Auch die Partner-Labels von Zebralution Music sollen „weiterhin von der tiefgreifenden lokalen Expertise des gewohnten Teams“ profitieren, teilen die neuen Partner mit. Darüber hinaus sollen sie künftig direkten Zugang zu technologischen Lösungen aus dem Portfolio von Warner Music erhalten. Dabei verweist man beim Musikmajor unter anderem auf Tools für Vertrieb, Datenanalyse und Finanzmanagement, die der Konzern zuletzt mit dem Zukauf der Musiktechnologie-Plattform Revelator ins Haus holte.
„Dies ist ein spannendes neues Kapitel für Zebralution Music, doch für unsere Label-Partner und Wegbegleiter ändert sich im Kern nichts“, betont Sascha Lazimbat als Co-CEO von Zebralution Music: „Es bleibt bei unserem eingespielten Team, gewachsenen Beziehungen und unserem kompromisslosen Engagement für bestmöglichen Service.“ Was sich hingegen „entscheidend“ erweitere, „sind die Technologie und weitere Ressourcen, auf die wir jetzt gemeinsam mit unseren Partnern zugreifen können, und mit deren Hilfe wir neue Maßstäbe setzen können“, sagt Lazimbat.
„Zebralution Music stand immer für ein tiefes Verständnis der Indie-Kultur und flexible, partnerschaftliche Lösungen“, ergänzt Konrad von Loehneysen, der ebenfalls als Co-CEO von Zebralution Music fungiert: „Unsere Kunden bauen auf dieselben Ansprechpartner, dieselbe Unabhängigkeit und denselben Ansatz. Dass dies nahtlos funktioniert, kann ich aus erster Hand bestätigen: mein eigenes Label, Embassy of Music, ist seit über 20 Jahren im Vertrieb von Zebralution und wird es auch mit Überzeugung bleiben.“
Niels Walboomers, President von Warner Music Central Europe, lobt derweil die neuen Partner: „Konrad und Sascha haben über Jahre hinweg eine herausragende Plattform und ein exzellentes Team für die Independent-Szene in Europa aufgebaut. Durch die Verschmelzung dieser regionalen Kompetenz mit unserer technologischen Infrastruktur bieten wir den Partnern von Zebralution globale Wettbewerbsvorteile, während gleichzeitig ihre bewährte unternehmerische Identität und Philosophie vollständig gewahrt bleiben.“
Walboomers hatte erst kürzlich Zukäufe in Aussicht gestellt: „Wir sind auf klarem Wachstumskurs und prüfen dazu sehr aktiv M&A-Möglichkeiten und strategische Zukäufe“, sagte er jüngst im exklusiven Gespräch mit MusikWoche. So wolle man „die nötige Infrastruktur und den Raum für künftiges Wachstum“ schaffen. Ob es bei möglichen Zukäufen um Labels, Kataloge oder Digitaldienstleister gehe, wollte Walboomers da indes noch nicht verraten: „Wir screenen den Markt permanent auf Optionen, die organisch zu uns passen und einen strategischen Mehrwert bieten.“ Warner Music habe in diesem Bereich im Vergleich zum Wettbewerb zuletzt wohl etwas zurückhaltender agiert: „Künftig wollen wir solche Chancen aber wieder deutlich aktiver und gezielter ergreifen“, sagte Walboomers, der mit dem Zebralution-Deal nun bereits an dieses Versprechen anknüpft.
Warner Music und Zebralution knüpfen mit dem Zusammenschluss an eine gemeinsame Geschichte an, die bis in den Januar 2007 zurückreicht: Damals sickerte zunächst im Rahmen der Midem durch, dass sich Warner Music einen Anteil an dem von Kurt Thielen und Sascha Lazimbat geleiteten Digitalvertrieb gesichert habe. Zehn Jahre später kauften vier Gesellschafter Zebralution bei Warner Music heraus, 2019 stieg die GEMA beim Digitalvertrieb ein und übernahm das Unternehmen fünf Jahre später ganz. Im Januar 2026 meldete schließlich das in New York ansässige Private-Equity-Unternehmen Insight Partners den „mittelbaren Anteils- und Kontrollerwerb“ von Zebralution an, als tatsächlicher Käufer trat wenig später aber dessen Tochter Bookwire auf.






