Recorded & Publishing

CISAC meldet zum 100. weltweite Rekordeinnahmen bei Tantiemen

Mit einem Plus um gut elf Prozent sind die weltweiten Einnahmen der Kreativschaffenden und ihrer Partner aus der kollektiven Rechteverwertung zuletzt dynamischer gewachsen als in den Vorjahren. Das zeigt der „Global Collections Report“ der CISAC. Ein neues Mitglied schob die Entwicklung massiv an, und bei den Erlösquellen gibt es eine neue Nummer zwei.

Für 2025 beziffert die internationale Dachorganisation der Verwertungsgesellschaften, die aktuell noch ihren 100. Geburtstag zelebriert, die globalen Gesamterlöse der Urheber:innen aus den Bereichen Musik und audiovisuelle Werke sowie aus Kunst, Theater und Literatur auf einen neuen Rekordwert von zusammen rund 15,5 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das ein Umsatzplus in Höhe von 11,3 Prozent. Damit wuchsen die Einnahmen der Kreativbranchen aus Tantiemen deutlich dynamischer als noch 2023 mit mehr als sieben Prozent und 2024 mit mehr als sechs Prozent.

Allerdings entfällt ein Großteil der Zuwächse auf eine Art Sonderkonjunktur durch ein neues Mitglied der CISAC: Das US-Unternehmen The Mechanical Licensing Collective (The MLC) fließt mit seinen Zahlen erstmals in die Gesamtschau der Dachorganisation ein, und steht laut CISAC-Angaben schon allein für rund 52 Prozent der im vergangenen Jahr verbuchten Zuwächse.

Ein Blick auf die verschiedenen Erlösquellen im Musikgeschäft zeigt für den digitalen Bereich bei den Einnahmen im Jahr 2025 ein Plus von 27,9 Prozent auf 6,57 Milliarden Euro. Die über Streaming- und Abonnementdienste erlösten Gelder stehen damit inzwischen für mehr als 45 Prozent der CISAC-Einnahmen aus der Verwertung von Musik. Dahinter kommen die Einnahmen aus Live- und Hintergrundnutzung auf einen Anteil von knapp 26 Prozent vom musikalischen Gesamtkuchen und ziehen mit Zuwächsen um 7,7 Prozent auf rund 3,87 Milliarden Euro an den Erlösen aus der TV- und Radionutzung vorbei, die mit einem Anteil von nunmehr noch 23,6 Prozent und 3,31 Milliarden Euro einen Rückgang um rund drei Prozent verbuchten.

Abseits der großen Zahlen prägt die Entwicklung in Sachen Künstliche Intelligenz auch den Jahresbericht der CISAC, die schon Ende 2024 vor Einbußen in Milliardenhöhe bei den Autor:innen gewarnt hatte: „Menschliche Kreativität ist nicht der Feind der künstlichen Intelligenz, sie ist vielmehr der Grund, warum künstliche Intelligenz überhaupt existiert“, schreibt zum Beispiel CISAC-President Björn Ulvaeus in seinem Vorwort zum „Global Collections Report“. Die Urheberrechte hätten es ihm ermöglicht, eine langfristige Karriere als Songwriter aufzubauen, führt der Abba-Musiker weiter aus. „Doch die Rahmenbedingungen haben sich seit meinen Anfängen grundlegend gewandelt – heute ist es weitaus schwieriger, eine kreative Laufbahn zu starten und dauerhaft zu etablieren.“ Daher mache er sich heute auch für die kommenden Generationen von Kreativen stark: „Ich möchte, dass junge Songwriter, Komponisten, Autoren, Filmemacher und Künstler die gleichen Chancen haben: kreative Risiken einzugehen, eine tragfähige Karriere aufzubauen und von ihrer Vorstellungskraft zu leben.“