Recorded & Publishing

VUT und Impala werten Merlins Curve-Kauf als wichtigen Schachzug

Nachdem am 8. Juni 2026 bekannt wurde, dass Merlin und das Investmentunternehmen Jamen Capital die Tantiemenplattform Curve von der Universal Music Group erworben haben, atmete die Indie-Szene durch. Die Indie-Verbände auf deutscher und europäischer Ebene begrüßen den Schritt ausdrücklich.

“Dass Merlin im Zuge der Causa UMG/Downtown nun das neue Zuhause von Curve sein wird, war der einzig logische Schritt“, betont Birte Wiemann, Vorstandsvorsitzende des Verbands unabhängiger Tonträgerunternehmer:innen. Dieser Schritt sorge bei allen Independent-Labels, die sich „bewusst und mit gutem Grund dafür entschieden hatten, auch im Admin-Bereich auf unabhängige Strukturen zu setzen“, für Aufatmen, so Wiemann weiter.

Als Universal Music die Zusage für den Kauf von Downtown Music bekam, stellten die EU-Kartellwächter die Bedingung auf, dass man sich in diesem Zuge von der Plattform Curve trennen müsse, die viele Indie-Player für Tantiemenabrechnungen nutzen. Am 8. Juni 2026 vermeldete die Indie-Plattform Merlin, dass man Curve mit Rückendeckung von Jamen Capital übernommen habe. Das Curve-Team soll dabei weiterhin komplett unabhängig arbeiten, eine Integration in die Strukturen von Merlin sei nicht geplant.

„Hier sorgt Merlin nun dafür, dass wichtige Infrastruktur unabhängig bleibt, und gibt mindestens mittelfristig Planungssicherheit“, so Wiemann weiter. „Während die Pläne von UMG mit Curve eher undurchschaubar blieben und der EU-Kommission nicht ohne Grund ein Dorn im Auge waren, unterstreicht das Netzwerk der Independents, dass Curve und Merlin in Bezug auf Team, Management und Verwaltung weiterhin vollkommen getrennt voneinander operieren werden.“

Die Vorstandsvorsitzende erläutert weiter: „Curve steht wie gehabt auch Nicht-Mitgliedern von Merlin als Dienstleister zur Verfügung und Merlin wird Curve nicht für die eigenen Lizenzabrechnungen einsetzen. Hier wurden offenbar alle Hausaufgaben erledigt.“

Birte Wiemanns Statement teilt allerdings auch einen kleinen Seitenhieb aus: „Während es ohne Frage wichtig war, dass die EU-Kommission überhaupt Untersuchungen in puncto UMG/Downtown angestellt und die zweite Phase der Untersuchungen mit klaren Vorgaben abgeschlossen hat, so überschattet die Tatsache, dass Merlin erst gen Ende überhaupt ins Spiel kommt, vielleicht minimal, wie klug und wichtig dieser Schachzug für die unabhängige Musikwirtschaft ist.“

Helen Smith, Vorsitzende des europäischen Indie-Dachverbands, schließt sich den positiven Worten: „Die Rückführung von Curve in unabhängigen Besitz ist eine hervorragende Nachricht für das Ökosystem der unabhängigen Anbieter, und wir sehen der Genehmigung durch die Europäische Kommission erwartungsvoll entgegen. Die EU-Kommission hat eine eingehende Untersuchung der zweiten Phase durchgeführt, und wir danken ihr dafür, dass sie diese Aufgabe übernommen und diese Veräußerung sichergestellt hat.“