Recorded & Publishing

Universal Music verkauft Curve an Merlin und Jamen Capital

Independence Day für Curve Royalty Systems: Als Bedingung für die Übernahme von Downtown Music verlangte die EU von Universal Music einen Weiterverkauf des Dienstleisters Curve. Beim Abschluss kommt nun ein Indie-Konsortium zum Zug.

Dass im laufenden Poker um Rechte und Beteiligungen im Musikgeschäft Akteure aus der Branche den Schulterschluss mit Beteiligungsgesellschaften suchen, ist immer wieder zu beobachten. Die Kooperation von Merlin mit Jamen Capital in Sachen Curve bringt aber eine spannende Konstellation mit sich: Schließlich übernimmt hier die international agierende Indie-Lizenzplattform mit finanzieller Rückendeckung durch Investoren einen Dienstleister, und sichert der unabhängigen Musikwirtschaft in diesem Zusammenhang ein Stück Infrastruktur.

Das US-Unternehmen Curve offeriert unabhängigen Labels und Musikverlagen Lösungen für deren Lizenzabrechnungen. Auf seinen Onlineseiten verweist Curve Royalty Systems auf Kund:innen wie unter anderem Domino, Cooking Vinyl, Mad Decent oder Anjunabeats. Die Labelsoftware bildete damit ein durchaus nicht unbedeutendes Element im Baukasten an Dienstleistungsangeboten der Downtown-Gruppe. Downtown hatte die Anfang 2019 gegründete Firma im Mai 2023 übernommen. Die Kartellwächter der Europäischen Kommission machten den Weiterverkauf der Plattform schließlich im Februar zur Bedingung für eine Genehmigung der Übernahme von Downtown Music durch Universal Music beziehungsweise durch deren Tochter Virgin.

„Das ist ein spannender Moment für Curve“, bestätigt nun Richard Leach, der bei Curve Royalty Systems den Posten als CEO behält: „Während des gesamten Prozesses war es unsere Priorität sicherzustellen, dass Curve eine unabhängige und plattformunabhängige Lösung bleibt – mit einem kundenorientierten Ansatz, der uns das Vertrauen von Rechteinhabern in der gesamten Musikbranche eingebracht hat.“ Die Unterstützung von Jamen und Merlin sichere „die langfristige Unabhängigkeit von Curve“ und ermögliche es dem Team, „weiterhin in das Fachwissen, die Technologie und den Service zu investieren, auf die sich unsere Kunden verlassen“.

Matt Spetzler, der als Gründungspartner der in London ansässigen Gesellschaft Jamen Capital fungiert und dort unter anderem bereits in Kobalt, Amra oder Native Instruments investierte, bezeichnet Curve derweil als „genau die Art von wichtiger Infrastruktur, die der unabhängige Musiksektor benötigt“. Er ergänzt: „Curve genießt in der Branche großes Vertrauen. Wir sind entschlossen, das enorme Wachstumspotenzial des Unternehmens in den Bereichen Zahlungsabwicklung und Musikverlagswesen zu fördern und gleichzeitig sicherzustellen, dass es seinen langjährigen Kunden – Labels, Distributoren und Künstlern – einen stetig wachsenden Mehrwert bietet. Infrastrukturen für Daten und Lizenzabrechnungen werden für die Zukunft des Musikgeschäfts immer wichtiger.“

Bei Merlin verweist schließlich CEO Charlie Lexton auf die „unverzichtbaren Dienste“, die Curve für unabhängige Musikunternehmen weltweit leiste: „Um wirklich unabhängig zu sein, benötigt unser Sektor eine eigene Infrastruktur. Curve spielt dabei eine zentrale Rolle. Deshalb war es für uns entscheidend, die künftige Unabhängigkeit und Neutralität des Unternehmens zu sichern – und genau deshalb haben wir uns für diese Übernahme entschieden.“

Mit Details zum Kaufpreis halten sich die Beteiligten zunächst noch zurück.