Die Bertelsmann-Führung kann einen Verkauf ihres 50-prozentigen Anteils an Sony BMG öffentlich noch so oft ausschließen – die Spekulationen, die das Gegenteil erwarten, wollen nicht verstummen. Derzeit weiß es ein namenloser Insider wieder besser.
Eine anonyme Quelle, die laut der Nachrichtenagentur Reuters mit den Vorgängen vertraut ist, erklärte, der Medienkonzern wolle sich sehr wohl schrittweise von der Beteiligung am Joint-Venture-Major verabschieden. „Im Grunde geht es derzeit um eine Hälfte, und zu einem späteren Zeitpunkt um den Rest“, so der Unbekannte.
Erst vor wenigen Tagen hatten Bertelsmann-CEO Gunter Thielen und sein Finanzchef Thomas Rabe versichert, dass sie weiter am Musikgeschäft festhalten würden und schon jetzt eine positive Entwicklung erkennen könnten. Gemeinsam mit dem Partner Sony prüfe man lediglich, wie die Finanzierung der Beteiligung optimiert werden könne. Was dies konkret bedeutet, ließen Thielen und Rabe jedoch offen; sie werden damit wohl weiter Interpretationsspielraum für Insider und Außenstehende liefern.
Sony-Boss Howard Stringer ließ jedenfalls mehrfach durchblicken, dass er nicht abgeneigt wäre, die Bertelsmann-Hälfte an Sony BMG zu übernehmen. In den Gesprächen mit seinen deutschen Partnern gebe es „offensichtlich einige Möglichkeiten für uns“, erklärte er noch Ende Juni.






