Kurz vor dem Wochenende gab der Vorstand der Universal Music Group nach Schließung der Euronext-Börse in Amsterdam bekannt, dass er das Übernahmeangebot von Bill Ackmans Pershing Square abgelehnt habe. Der US-amerikanische Investor hatte Anfang April 2026 ein öffentlichkeitswirksames Angebot über umgerechnet 56 Milliarden Euro für den Kauf des Konzerns abgegeben.
In ihrer Mitteilung nennen die Verantwortlichen den wohl entscheidenden Grund für das „Nein“: Der Preis, den Ackman den Anteilseignern biete, sei „grundlegend und erheblich unterbewertet“. Zudem biete das von Ackman vorgeschlagene Geschäftsmodell mit Notierung an einer US-Börse und Integration in den Pershing-Unternehmensmantel keine „überdurchschnittliche Wertschöpfung“. Darüber hinaus sehe der Vorstand einen Großteil der Aktionäre und Stakeholder hinter sich stehen.
Erst kürzlich empfahl Cyrille Bolloré, der mit der Bolloré-Gruppe größter Einzelaktionär des Konzerns ist, das Angebot abzulehnen. Mit der nun erfolgten Absage kommt der Vorstand Bolloré wahrscheinlich zuvor – der französische Milliardär hält rund 30 Prozent der Anteile und dürfte einiges an Mitspracherecht haben.
Sherry Lansing, Chairman of the Board der Universal Music Group, lässt sich wie folgt zitieren: „Die UMG hat sich durch eine klare Vision und konsequente Umsetzung eine unangefochtene Position in der Musikbranche erarbeitet. Der Vorstand hat volles Vertrauen in die Fähigkeit von Lucian Grainge und seinem Team, nachhaltiges Wachstum und eine kontinuierliche Wertschöpfung für alle Stakeholder zu erzielen.“
Bill Ackman hatte in seinem Angebot vorgeschlagen, die Rolle von CEO Lucian Grainge zu verändern und den fast 80-jährigen US-amerikanischen Filmproduzenten und Manager Michael Ovitz als neuen starken Mann in das Unternehmen zu holen.
Grainge selbst meint nun: „Wir sind weiterhin bestrebt, in der Branche eine Vorreiterrolle einzunehmen, indem wir die weltweit besten Talente gewinnen, die Bindung unserer Fans weltweit stärken und Innovationen vorantreiben. Im Mittelpunkt dieser Mission steht die Schaffung eines Umfelds, das menschliche Kreativität fördert, Künstler:innen, Songwriter:innen und Unternehmer:innen schützt und die Chancen für Wachstum und Erfolg erweitert. Während wir unsere Strategie umsetzen und langfristig maximalen Wert schaffen, freuen wir uns darauf, unseren Aktionär:innen einen besseren Einblick in die Faktoren zu geben, die unsere Leistung bestimmen, sowie in die zukünftige Ausrichtung unseres Unternehmens.“







