Die Klage des Majors Universal Music sowie der Verlagsgruppe Concord, eingereicht im Northern District Of California, listet 67 Tonaufnahmen und 71 musikalische Kompositionen auf. Darunter befinden sich Werke von Sabrina Carpenter, Billie Eilish, Olivia Rodrigo, Chappell Roan, Lana Del Rey, Ariana Grande, Drake, ABBA, Fleetwood Mac, Britney Spears, Coldplay und Diana Ross. Auf Klägerseite gesellen sich auch Capitol Records und sechs Verlagsgesellschaften von Universal Music Publishing hinzu.
Die Modemarke Quince wurde 2018 gegründet und konnte sich maßgeblich über Social-Media-Kanäle etablieren. Mitgründer Sid Gupta fungiert als CEO der in San Francisco ansässigen Firma. Im März 2026 erreichte das Unternehmen bei einer Finanzierungsrunde über 500 Millionen Dollar (rund 425,19 Millionen Euro) eine Bewertung von 10,1 Milliarden Dollar. Der Jahresumsatz überstieg zuletzt die Milliardengrenze.
Die Kläger beschreiben die Verstöße als „weitreichend und unverfroren“ und werfen Quince vor, gezielt auf virale Audio-Tracks gesetzt zu haben, um die Reichweite seiner Werbekampagnen zu steigern – ohne dafür die erforderlichen Synchronisationslizenzen zu erwerben. Derzeit steht eine Kopie der Unterlagen über das Branchenportal „Music Business Worldwide“ online.
UMG informierte Quince erstmals im September 2024 über die mutmaßlichen Verstöße. Die Anwälte des Unternehmens versicherten im November desselben Jahres, man habe die beanstandeten Inhalte vollständig bereinigt – eigene Recherchen der Kläger widerlegen das jedoch. Allein im März 2026 sollen mindestens sieben weitere Beiträge mit nicht lizenzierter Musik erschienen sein, darunter Tracks von Olivia Dean, Justin Bieber und Zara Larsson. Die Kläger fordern pro verletztem Werk bis zu 150.000 Dollar Schadenersatz, die Erstattung der Anwaltskosten sowie eine dauerhafte Unterlassungsverfügung.
Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl vergleichbarer Klagen der Musikindustrie gegen Marken ein, die auf Social Media unlizenziert Musik einsetzen – darunter bereits abgeschlossene Verfahren gegen Marriott Hotels, die US-amerikanische Restaurantkette Chili’s oder die University Of Southern California.







