Der ursprüngliche Plan der UK-Regierung hätte es KI-Entwicklern erlaubt, urheberrechtlich geschützte Inhalte standardmäßig zu verwenden, sofern Rechteinhaber:innen den Zugang nicht aktiv sperrten.
Die Kreativbranche lehnte dieses Modell vehement ab: Musikschaffende wie Elton John, Dua Lipa und Paul McCartney protestierten, Branchenverbände wie UK Music argumentierten, die Opt-out-Regelung würde den urheberrechtlichen Schutz aushöhlen und die wirtschaftlichen Grundlagen des britischen Kreativsektors gefährden. Auch eine Konsultation ergab, dass die überwiegende Mehrheit der Kreativbranche den Vorschlag ablehnte.
„Wir haben zugehört“, erklärte Liz Kendall, Secretary Of State For Science, Innovation And Technology in Großbritannien. Sie kündigte an, mehr Zeit in einen tragfähigen Rahmen investieren zu wollen. Tom Kiehl, CEO des britischen Dachverbands UK Music, bezeichnete den Rückzieher als „großen Sieg für Aktivist:innen“ und begrüßte die Entscheidung, mahnte die Regierung aber, auch künftig alternative Urheberrechtsausnahmen auszuschließen.
Die 220.000 Beschäftigten des Sektors, der laut UK Music acht Milliarden Pfund – also rund 9,26 Milliarden Euro – zur britischen Wirtschaft beiträgt, hätten ein Recht darauf, ohne die ständige Bedrohung durch unerlaubte KI-Nutzung ihrer Werke zu arbeiten.
Statt einer klaren Entscheidung legt der Bericht unter dem Titel „Report On Copyright And Artificial Intelligence“ nächste Schritte fest: Die Regierung wolle die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte voranbringen, mehr Transparenz über Trainingsdaten schaffen und eine Konsultation zu „digitalen Repliken“ durchführen, also KI-generierten Imitationen von Personen oder Stilen.
Für KI-Unternehmen hinterlässt die fehlende klare Linie indes Unsicherheit. Kritiker:innen aus der Technologiebranche warnen, dass regulatorische Unklarheit den Fortschritt bremsen könne – zumal die EU, USA und Japan bereits eigene Regeln für Text- und Daten-Mining in Kraft gesetzt haben.





