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Tories knüpfen Unterstützung für Branche an Selbstzensur

Die britische Branche erhält in der Debatte um eine Verlängerung der Schutzfristen Schützenhilfe von den Konservativen. Oppositionsführer David Cameron sagte den BPI-Mitgliedern seine Unterstützung zu. Als Gegenleistung forderte er einen Maulkorb für die Kreativen in den Bereichen Film, Games und Musik.

Die britische Musikbranche erhält in der Debatte um eine Verlängerung der Schutzfristen für Interpreten Schützenhilfe von den Konservativen. David Cameron, Oppositionsführer der Tories im Unterhaus, sagte den BPI-Mitgliedern die Unterstützung seiner Partei zu. Als Gegenleistung forderte er allerdings einen Maulkorb für die Kreativen.

Bei der Jahrestagung der British Phonographic Industry zeigte Cameron großes Verständnis für die Sorgen und Nöte der Tonträgerwirtschaft. In Sachen Urheberrechtsschutz, Pirateriebekämpfung und Schutzfristverlängerung schlug sich der Politiker ganz auf die Seite der Branche. Eine Tory-Regierung werde sich nicht nur in Großbritannien für diese Themengebiete einsetzen. Die Konservativen würden diese Sachfragen auch auf europäischer Ebene auf die Agenda heben, um künftige Investitionen in den Kreativsektor zu sichern, sagte Cameron in London.

Doch für diese Unterstützung verlangte er auch ein Entgegenkommen der Unterhaltungsbranche. Kaum eine Nation in der westlichen Welt leide so sehr unter gesellschaftlicher Zerrüttung wie das Vereinigte Königreich. Einen Schuldigen dafür hatte Cameron auch gleich parat: Filme, Videogames und Musik, die Gewalt, Frauenfeindlichkeit und Bildungsfeindlichkeit propagierten, trügen maßgeblich zu den gesellschaftlichen Problemen in UK bei.

Er sei gegen Zensur, so Cameron, aber er appelliere an die Führungsqualitäten der Entertainmentwirtschaft. Die Entscheider der Branche sollten ihre Macht verantwortungsvoll einsetzen und sich im Einzelfall bei einer Veröffentlichung fragen, ob das jeweilige Produkt gesellschaftspolitisch vertretbar ist. Der Einfluss der Musik- und Popkultur auf die Jugend sei unbestreitbar. Umso wichtiger sei es, dass die Branche ihrer Verantwortung gerecht werde.

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