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Streaming und Social Media sorgen für Wachstum im Schweizer Musikmarkt

Die Umsätze im schweizerischen Musikmarkt sind 2022 um vier Prozent auf 223,7 Millionen Franken oder umgerechnet rund 226 Millionen Euro gewachsen. Als „Wachstumsmotor“ macht die IFPI Schweiz das Streaming-Segment aus, sieht aber auch in den Umsätzen bei Social Media einen „neuen Wachstumstreiber“.

Die Umsätze im schweizerischen Musikmarkt sind 2022 um vier Prozent auf 223,7 Millionen Franken oder umgerechnet rund 226 Millionen Euro gewachsen. Das zeigt die Bilanz, die der Branchenverband IFPI Schweiz am 17. Februar 2023 vorlegte.

Demnach sei der Schweizer Tonträgermarkt 2022 zum siebten Mal hintereinander gewachsen. Als Wachstumsmotor macht die IFPI Schweiz das Streaming-Segment aus, das inzwischen 85 Prozent zum Gesamtmarkt beiträgt. So legten die Umsätze aus Audio- und Videostreaming 2022 mit einem Plus von acht Prozent und 190,5 Millionen Franken weiter zu.

Zusätzlich zum „etablierten Bezahlstreaming“, das mit Umsätzen von 166,4 Millionen Euro um fünf Prozent wuchs, gewinne laut IFPI Schweiz nun auch das werbefinanzierte Audio-Streaming an Bedeutung. Das mache sich vor allem durch die Nutzung von Kurzvideos auf Sozialen Medien wie TikTok oder Facebook bemerkbar. In diesem Bereich stiegen die Umsätze um 81 Prozent auf 12,9 Millionen Euro.

Zusammen mit den Einnahmen aus dem Videostreaming, namentlich YouTube, trägt das werbefinanzierte Musikstreaming inzwischen 24 Millionen Franken sowie entsprechend 11 Prozent zum Schweizer Musikmarkt bei und übertrifft damit erstmals die physischen Tonträger CD und Vinyl mit einem Anteil von 21,4 Millionen Franken.

Die Umsätze mit physischen Tonträgern gehen, wie bereits seit über zwei Jahrzehnten, weiterhin zurück. 2022 sank der Umsatz aus dem Verkauf von CDs und anderen physischen Tonträgern auf 21,4 Millionen Franken, was einem Minus von 14 Prozent entspricht. Somit trug dieses Segment 2022 noch 10 Prozent zum Gesamtmarkt bei.

Der rückläufige Trend der CD erfasste 2022 in abgeschwächter Form auch Vinyl: nachdem hier die Entwicklung zwölf Jahre lang leicht aber stetig nach oben zeigte , ging es nun mit einem Minus von sechs Prozent runter auf Umsätze von 4,5 Millionen Franken im Vinyl-Segment.

Ivo Sacchi, Präsident IFPI Schweiz und Managing Director von Universal Music Switzerland, zeigt sich zufrieden mit der Bilanz für 2022: „Die Umsätze bei Social Media bewegen sich zwar noch auf relativ tiefem Niveau, wachsen aber stark. Dies ist eine gute Entwicklung, weil sie die Abhängigkeit des Musikmarktes von einzelnen Plattformen schmälert und ihn auf ein breiteres Fundament stellt.“

Laut Lorenz Haas, Geschäftsführer IFPI Schweiz, belege das Wachstum bei Social Media einmal mehr die Dynamik des Musikmarktes: „Wir haben in den letzten 15 Jahren den Auf- und Abstieg des Downloads sowie dessen Ablösung durch das Bezahlstreaming gesehen, und nun schickt sich Social Media an, ein neuer Wachstumstreiber zu werden. Dies belegt auch, wie die Labels gelernt haben, mit der Digitalisierung umzugehen und rasch auf neue Entwicklungen zu reagieren.“