Beide wachsen schnell, beide machen dabei enorme Verluste. Gemeinsam könnten sie den jungen US-Markt für digitalen Rundfunk rentabler erschließen, meinen Experten. Nun hat Sirius-Chef Mel Karmazin mit einem dezenten Vorstoß in Richtung XM das Geturtel um eine Satellitenradio-Fusion eröffnet.
Bei einer Fachtagung in New York erklärte Karmazin, er hätte großes Interesse daran, den Mitbewerber zu schlucken. Doch dabei seien nicht nur der Preis, sondern auch kartellrechtliche Hürden große Fragezeichen. Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss der beiden einzigen Marktteilnehmer gab es bereits vor anderthalb Jahren, damals dementierten beide Seiten jedoch umgehend.
Angesichts verflachender Zuwachsraten und steigender Kosten für exklusive Inhalte scheinen die Fronten zwischen Sirius und XM jedoch nun langsam aufzuweichen. Scheinbar um nicht zu verzweifelt zu klingen, beschwichtigte Karmazin jedoch umgehend: Der Business-Plan von Sirius sei auf einen Break-even auch ohne Fusion ausgelegt. Und ein XM-Sprecher ließ verlauten, man kommentiere das Wunschdenken des Mitbewerbers nicht.
Dennoch: Analysten und Investoren argumentieren schon länger, dass schwarze Zahlen im Digitalfunkgeschäft wohl nur mit einem Merger von XM und Sirius möglich sind. Dementsprechend kletterten die Aktienkurse der beiden Firmen nach Karmazins Bemerkung überdurchschnittlich stark.
Im Jahr 2005 machten beiden Unternehmen indes deutlich mehr Verluste als Umsatz, wobei die Bilanz bei Sirius aufgrund höherer Ausgaben für Inhalte sogar noch röter ist als die bei XM. Immerhin wollen die Konkurrenten bald auf technologischer Ebene an einem Strang ziehen: Demnächst sollen Empfänger auf den Markt kommen, die die Satellitensignale beider Digitalfunker verarbeiten können.






