Die Ausweitung der BW-Bank jazzopen in Stuttgart von vier auf acht Tage hat sich laut Elke Balzer, geschäftsführende Gesellschafterin von Veranstalter Opus, ausgezahlt: Rund 15.000 Besucher strömten vom 8. bis 15. Juli zu den Konzerten auf dem Pariser Platz und in den Bix Jazz Club und erlebten Stars wie Wynton Marsalis, John Legend, Joss Stone oder Steely Dan. „Wir hatten doppelt so viele Konzerte wie im letzten Jahr, aber auch doppelt so viele Zuschauer“, berichtet Balzer im Gespräch mit MusikWoche. „Unsere Rechnung ist aufgegangen mit dem auch stilistisch noch breiter gefächerten Angebot“.
Auch Absagen von Größen wie Natalie Cole und Amy Winehouse habe man gut kompensieren können. „Bei Natalie Cole hatten wir Glück im Unglück, dass wir Roger Hodgson mit den Stuttgarter Philharmonikern zusammenbringen konnten und noch genügend Vorlauf hatten, dieses einmalige Projekt zu bewerben.“ Der kurzfristige krankheitsbedingte Ausfall von UK-Soul-Komet Amy Winehouse habe ebenfalls kaum zu Rückläufen bereits gekaufter Karten geführt: „Das zeigt, dass DePhazz als Ersatz gut angenommen wurden und viele Besucher eben vor allem wegen des zweiten Headliners des Abends, John Legend, gekommen sind“, resümiert Balzer.
Die Veranstaltung, die in diesem Jahr zum 14. Mal stattfand, habe sich über die Jahre konsequent weiterentwickelt zu „einem außergewöhnlichen und einmaligen Festival“, wie es in Deutschland in dieser Art sonst nicht existiere. Der Begriff jazzopen stehe für die offene Ausrichtung, die neben Jazz auch eng verbundene Musikrichtungen wie Funk, Soul und Blues einschließe. „Da haben wir in diesem Jahr das ganze Register gezogen. Auch HipHop-Acts hatten wir schon in der Vergangenheit dabei, die ja oft auch sehr vom Jazz beeinflusst sind“, ergänzt Elke Balzer, die das stilistisch ebenfalls flexible Montreux Jazz Festival durchaus als Vorbild bezeichnet. „Es wäre ein Traum für uns, hier in Deutschland hinzubekommen, was Claude Nobs über all die Jahre dort geschafft hat“, so die Opus-Gesellschafterin.
„Wir wollen uns für die Zukunft daran orientieren, was wir aufgebaut haben, dabei einen Schritt vor den anderen tun und eine homogene Entwicklung sicherstellen. Wie die jazzopen in fünf Jahren dastehen, ist heute noch gar nicht zu beurteilen.“ Jazz werde natürlich immer stattfinden „als Basis aller Populärmusik“, doch auch eine noch stärkere stilistische Fächerung des Programms schließt die Festival-Chefin nicht aus. Balzer rechnet künftig mit einer wachsenden überregionalen Bedeutung des Festivals, das sich mittlerweile auch international einen guten Ruf erworben habe. „Die jazzopen sind sehr beliebt bei den Künstlern und sprechen sich immer mehr herum bei den internationalen Agenturen und Managements, mit denen wir gut zusamenarbeiten.“ Absolut unverzichtbar sei das Engagement der BW-Bank als Namens- und Hauptsponsor, ohne dass die Veranstaltung in der bestehenden Form und Größe nicht zu realisieren sei.
Bewährt habe sich die Konstellation mit zwei Headlinern auf dem im vierten Jahr als Open-Air-Veranstaltungsort bespielten Pariser Platz und reinen Jazz-Konzerten im erst im Dezember eröffneten Bix Jazz Club, laut Balzer einem der schönsten Clubs seiner Art in Deutschland. Dort begeisterten zum Teil bis spät in die Nacht noch spontane Jam-Sessions der dort auftretenden Acts mit Musikern der Open-Air-Konzerte und lokalen Jazzern.
Das SWR-Fernsehen auf Südwest 3 und 3sat werden Aufzeichnungen der diesjährigen Konzerte auf dem Pariser Platz von Tom Gaebel, Wynton Marsalis, Dee Dee Bridgewater und Angélique Kidjo zeigen. Sendetermine stehen noch nicht fest.






