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Pro Musik will wirtschaftliche Realität freier Musikschaffender beleuchten

Der Verband der freischaffenden Musiker:innen, Pro Musik, startet eine Studie unter dem Motto „Musik zählt“. Die Erhebung hat es sich zum Ziel gesetzt, die tatsächlichen Arbeits- und Einkommensbedingungen sowie die wirtschaftliche Lage der Musikschaffenden sichtbar zu machen.

Ob nun in der Diskussion um Streamingerlöse, die drohenden Auswirkungen von KI-Lizenzdeals oder die kürzlich zusammen mit dem VUT ausgehandelten Gemeinsamen Vergütungsregeln (GVR) – der Verband der freischaffenden Musiker:innen, Pro Musik, hat es sich zum Ziel gesetzt, die trotz insgesamt wachsender Umsätze in der Musikbranche oftmals prekäre Lage vieler professioneller Musikschaffender zu beleuchten und möglichst zu verbessern. Um in der Diskussion zwischen Pop und Politik nicht bloß mit anekdotischer Evidenz sondern mit belegbaren Zahlen aufwarten zu können, lanciert Pro Musik nun eine vom Verband als bundesweite Einkommensstudie angelegte Erhebung.

Dazu ruft Pro Musik nun ab dem 5. Oktober 2026 professionelle Musikschaffende dazu auf, sich an der Umfrage zu beteiligen: „Musiker:innen haben mit Musik zählt endlich die Chance, sichtbar zu machen, wie schwierig es ist, heute von Musik zu leben“, fasst Nina Graf als Vorstandsvorsitzende von pro Musik zusammen. Sie appelliert dazu an die freischaffenden Musiker:innen: „Nutzt diese Chance, damit wir zielgerichtet kultur- und arbeitsmarktpolitische Handlungsempfehlungen ableiten und an Politik und Musikwirtschaft adressieren können. So können wir die Rahmenbedingungen für freie Musikschaffende verändern – für uns alle.“

„Applaus zahlt keine Miete“: Pro Musik begleitet die Studie Musik zählt mit Aufrufen unter anderem über die Social-Media-Kanäle des Verband. Foto: Pro Musik. Musik zählt

Die Befragung, die auf den Onlineseiten des Verbands zu finden ist, richtet sich an freie Musikschaffende aller Genres. Unterm Strich sollen die gewonnen Daten ein Bild davon zeichnen, wie freie Musikschaffende in Deutschland von ihrer Arbeit leben können, welche Rolle Konzerte, Unterricht, Komposition, Produktion und andere Tätigkeiten für ihr Einkommen spielen, welche Arbeiten unbezahlt bleiben und welche Veränderungen notwendig seien, damit Musiker:innen langfristig von ihrer Arbeit leben können.

Die wissenschaftliche Durchführung der von Pro Musik beauftragten Studie liegt bei einem unabhängigen Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Carsten Winter von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Das Forschungsteam habe das Studiendesign und den Fragebogen „unter Einbezug vieler Musikverbände und relevanter Akteure aus der Branche entwickelt“, heißt es aus dem Hause Pro Musi. Damit wolle der Verband an bisherige Erhebungen anknüpfen, Lücken schließen oder sinnvoll ergänzen. Die Feldphase läuft von Oktober bis Mitte November 2026, erste Ergebnisse sollen Anfang 2027 vorliegen.

Um die oftmals komplexe wirtschaftliche Realität freier Musikschaffender samt schwankender Einnahmen und unterschiedlicher Formen sozialer Absicherung abbilden zu können, soll die Studie nicht nur die Höhe von Einkommen abfragen, sondern auch „deren Zusammensetzung, berufliche Kosten, bezahlte und unbezahlte Arbeitszeit sowie die wirtschaftlichen Risiken und Zukunftsperspektiven freier Musikschaffender“. So sollen auch „hybride Erwerbsmodelle“ sowie „Tätigkeiten mit geringen oder unregelmäßigen Einnahmen“ und unterschiedliche berufliche Lebenssituationen Berücksichtigung finden.

Den Teilnehmenden winkt eine kostenlose Neumitgliedschaft im Verband Pro Musik für ein Jahr. Zudem begleitet der Verband den Aufruf mit einer Verlosung, in der unter anderem Music-Store-Gutscheine, Merchpakete von KrasserStoff oder Tickets fürs c/o-pop Festival 2027 winken.