Der Berliner Wirtschaftsstaatssekretär Michael Biel eröffnete die Most Wanted: Music (MW:M) am 4. November 2026 gemeinsam mit Olaf „Gemse“ Kretschmar, Lindi Delight und Stephan Hengst.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms standen technologischer Wandel, tragfähige Geschäftsmodelle und neue berufliche Perspektiven. Biel bezeichnete Berlin als deutsche Musikmetropole und kündigte an, im nächsten Jahr anzuknüpfen, um den Nachwuchs zu stärken und wirtschaftliche Chancen für den Standort zu eröffnen.


Kretschmar, resümiert als Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Berlin Music Commission (BMC) zum Programm zwischen etablierten Industriestimmen, Rebellion und Nachwuchs: „Viele der schlauen ‚Music Eco Systeme‘ bleiben ‚Music Ego Systeme‘, da sie sich schon im ersten Schritt mit den Besitzstandswahrung-Strukturen der Branche verhakeln.“
Nun würde laut Kretschmar nochmal neu angefangen, alle Türen aufgemacht und „all die mariginaliserten Menschen und Kulturen und allem voran the next Generation herein in die Branche“ gelassen werden. Die Bilanz? „Hier gab es kein Gejammer, sondern Energie, Mut und die Bereitschaft, miteinander Neues zu machen. Genau diese Stimmung von ‚Machen‘ und Aufbruch ist für mich das wichtigste Ergebnis dieser MW:M. Sie gibt uns die Zuversicht, dass wir gemeinsam etwas verändern können.“
Auch Hengst, Direktor von MW:M, zieht ein Fazit zum dreitägigen Branchentreff: „Der Umzug ins nhow Berlin und auf das RAW-Gelände war eine große gemeinsame Aufgabe. Und er ist gelungen. Die Resonanz auf das neu ausgerichtete Club Festival freut uns besonders.“ Seinen Dank richte er an die Förderer, Partner sowie das gesamte Team.

Auf der Convention-Agenda stand wie bereits im Vorjahr auch der Roundtable „Transformation oder Stillstand? Was Kulturpolitik der Musikwirtschaft jetzt liefern muss“. In der Suite 7 sprachen unter anderem René Houareau vom BVMI, Kirsten Grebasch und Mario Graute von PRO Musik unter der Moderation von Kretschmar zu nächste Schritte und gemeinsame Forderungen an die Kulturpolitik. Ein Fokus lag auf KI, aber auch auf Nachwuchsförderung. Einig wurde sich die Runde in den rund 60 Minuten kaum überraschend nicht.
Auch MusikWoche gestaltete als Partner der MW:M zwei Panels: Beim Programmpunkt „Next Gen Music Industry“ am Convention-Mittwoch diskutierten Alexander Hadlich (KMA), Sebastian Schiller (Die Weiße Rose) und Sebastian Rafael Vogt (DeadHeadz) über Perspektiven für Nachwuchsmusiker:innen. Unter dem Motto „Who Gets Funded?“ sprachen am nächsten Tag Melike Öztürk (Musicboard Berlin), Marit Posch (German Bulldozer) und Laureen Kornemann (Sinnbus) über Zugang und Nachhaltigkeit von Förderstrukturen.

Das MW:M Club Festival versuchte sich in diesem Jahr als Discovery- und Artist-Festival neu zu positionieren: Im House Of Music, im Treehouse und im Badehaus spielten unter anderem Faravaz & Butterfly Collective, Ditty, Min t und Green Tea Bitches. Partner wie das Spot Festival aus Aarhus, die Africa Rising Music Conference, SAMPRA und Kultur | lx brachten Perspektiven aus Dänemark, Südafrika und Luxemburg in die Hauptstadt. Das Finale gehörte The Swag, die ihr 15-jähriges Jubiläum feierten. Danach folgte die offene MW:M Closing Jam.
Den Auftakt der MW:M hatten am 3. November die mittlerweile elfte Runde der Listen to Berlin: Awards im Kesselhaus der Kulturbrauerei gebildet. Die BMC vergab Preise dort in sieben Kategorien. Den Ehrenpreis erhielt Tangerine Dream, den Rolf Budde Award für Haltung erhielten erstmals alle drei Nominierten – die Weiße Rose, Mariybu & Ebow und das SO36.
Beim Jugendableger Listen to Berlin: Youth zählte die BMC rund 1000 registrierte Teilnehmende, davon 800 für den Youth Summit und die Konzerte, rund 60 für den Fachtag Popkultur bildet sowie 150 für das Opening Breakfast.






