Recorded & Publishing

Online-Dossier: Die Color Line Arena in Hamburg

Ab dem 8. November 2002 wird Hamburg in keinem Tourkalender großer Acts und wichtiger Events mehr fehlen. Der Grund heißt Color Line Arena – Europas modernste Multifunktionsarena.

“Schwere Geburt.“ „Klotzen statt Kleckern.“ „Lieber spät als nie.“ So strapaziert diese Redewendungen sein mögen – sie passen perfekt zur Color Line Arena, der neuen, hochmodernen Multifunktionshalle, die am 8. November in Hamburg feierlich ihre Pforten öffnete. Das rund 16.000 Besuchern (Sitz-)Platz bietende Arena-Rund im XXL-Format ist das Ergebnis jahrzehntelanger Diskussionen über Standort und Hallenkonzept. Diskurse, die nicht selten recht kontrovers geführt wurden – zumindest bis Harry Harkimo Hamburgs brachliegendes Hallenparkett betrat. Der findige Finne, der nebenbei Eishockey- und Fußballmanager und gefeierter Segler ist, präsentierte ein schlüssiges, bereits in der Praxis bewährtes Konzept: privat finanziert, multifunktional, erlebnisorientiert und sozusagen aus dem Stand profitabel. Hinter Harry Harkimo steht die finnische JHC Arena Holding Oy aus Helsinki, ein Tochterunternehmen der Jokerit HC Oyj. Harkimo ist Vorstandsvorsitzender der Jokerit-Gruppe, zu deren Referenzen das Finnair Fußballstadion, die Hartwall Arena und eine im Bau befindliche Arena in Dublin zählen. Trotz rund 80 Millionen Euro Baukosten und nicht zu verachtender Wartungskosten soll die ohne staatliche Zuschüsse auskommende Hamburger Megahalle bereits ab dem ersten Betriebsjahr schwarze Zahlen schreiben. Dies verspricht zumindest der Pressetext zu der nach der größten norwegischen Fährschiffreederei benannten Location. Hallenmanager Uwe Frommhold zu musikwoche.de: „Das Konzept hat sich bereits bewährt. Es beruht einerseits darauf, dass Hallen heute mehr sein müssen als nur Spielstätten – Hallen müssen selbst bereits ein Erlebnis sein.“ Weitere Eckpfeiler der Strategie seien „geringe Fixkosten“ und die Zusammenarbeit mit starken Partnern. Mit der Color Line GmbH sitzen die Holsten-Brauerei AG, die Compass Group Pic mit der Eurest Sports & Food GmbH, der Eiskremhersteller Schöller, die Hansa Mineralbrunnen GmbH und die Coca-Cola GmbH im Boot – das Risiko ist somit auf mehrere Schultern verteilt. Doch auch der gute Standort Hamburg mit einem Einzugsgebiet von über 3,5 Millionen Menschen sei ein Pluspunkt für die Halle – aber auch umgekehrt: „Hamburg ist eines der beliebtesten Ziele für Städtereisen“, weiß der ehemalige Direktor des Hamburger Kempinski Hotels Atlantic aus eigener Erfahrung. „Mit der Halle und dem Programm locken wir schätzungsweise zusätzliche 300.000 Besucher pro Jahr in die Stadt.“ Tatsächlich lässt bereits der Veranstaltungskalender der ersten Wochen aufhorchen: Eishockey mit den Freezers, Handball mit dem HSV, Konzertereignisse mit Weltstars wie Oasis (2. Dezember) und André Rieu (5. Dezember) oder die Nokia Night Of The Proms (22. Dezember) präsentieren ein genauso attraktives wie vielseitiges Programm.“ Wir haben permanentes Eis“, verkündet Frommhold nicht ohne Stolz und erklärt damit die wendige Multifunktionalität der vermutlich mit 120 Veranstaltungen pro Jahr gebuchten Halle. „In rund vier Stunden machen wir aus einem Eishockey-Stadion eine Konzertarena.“ Das Zauberwort heißt „Thermoplatten“. Deshalb schmolzen höchstens Fanherzen am 8. November, dem Abend der „Grand Opening“ der Color Line Arena, als Sasha, Wonderwall und – exklusiv, da derzeit nicht auf Tour – Phil Collins vor den erwarteten 15.000 Zuschauern auftraten. Dem Stapellauf der Color Line Arena misst Frommhold große Bedeutung zu: „Der Auftakt ist das Allerwichtigste.“

Mehr zum Thema