Nach dem Erdbeben bei EMI versucht CEO Eric Nicoli wieder das Heft an sich zu reißen. Erste sichtbare Merkmale eines Umbaus sind zwei Beförderungen, die Nicoli aus der Schusslinie all jener Zweifler bringen sollen, die ihm mangelnde Erfahrung im Tagesgeschäft einer Musikfirma unterstellen.
Jean-Francois Cecillon und Ian Hanson werden daher ab sofort mehr Verantwortung im internationalen Bereich übernehmen. Cecillon übernimmt künftig den neu geschaffenen Posten eines Chairman & CEO von EMI Music International und wird damit den EMI-Geschäftsbereich Recorded Music in allen Märkten außerhalb Großbritanniens und Nordamerikas beaufsichtigen. Dazu gehört auch das Global Marketing Team unter Matthieu Lauriot-Prevost. Cecillon war bislang nur für die EMI-Dependancen in Kontinentaleuropa zuständig.
Hanson indes bekommt weltweit Aufgaben als COO von EMI Music. Der Manager war bislang als Senior Vice President im Chairman’s Office ebenfalls in einer Stabsstelle tätig und kümmert sich nun global um die Bereiche wie Legal & Business Affairs, Vertrieb oder Produktion. Die Berufung Cecillons begleitete Nicoli mit einem Statement, das die Leistungen des Franzosen in den letzten Jahren herausstreichen sollte: Unter seiner Führung hätten 21 EMI-Filialen in Europa die Trendwende geschafft und den Marktanteil des Majors in diesem Kernmarkt um drei Prozentpunkte gesteigert und ihre Gewinne verdreifacht.
Unterdessen bleiben transatlantische Fragen weiter unbeantwortet. Nicoli soll bereits im Lauf der Woche nach New York gereist sein, um sich vor Ort einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Zur Debatte steht die Führungsfrage im größten Absatzmarkt. Die beiden Repertoiredivisionen Capitol und Virgin stehen weiterhin unter der Leitung von Andy Slater und Jason Flom, doch nach dem Rauswurf von David Munns ist EMI in Nordamerika erst einmal ohne einen nominellen Chef.
Als erste Wahl gilt Insidern zufolge derzeit Ivan Gavin, der bislang die Rolle des COO in Nordamerika innehat. Ob es neben den Gesprächen mit den nordamerikanischen Statthaltern auch zu erneuten Unterredungen mit der Chefetage der Warner Music Group kam, ist nicht bekannt.






