Lala.com lüftet ein wenig den Schleier, wie sein neuartiges Downloadkonzept funktionieren soll, das angeblich ganz ohne DRM auskommt, aber dennoch den Segen von Warner Music hat. Nun stellt sich heraus: Ganz ohne Kennzeichnung der digitalen Ware geht es offenbar doch nicht.
Im Lala-Shop soll man künftig Alben als Downloads kaufen können, die unter Umgehung von iTunes direkt auf dem iPod des Kunden abgespeichert werden ohne eine Dateikopie auf dem Computer des Nutzers zu hinterlegen. Die Verwendung eines DRM-Systems sei laut den Lala-Machern nicht nötig, weil iPods über eine „Einbahnstraßen-Architektur“ verfügen, die das Überspielen von Dateien vom iPod auf einen Rechner nicht ermöglicht.
Im Prinzip stimmt das natürlich, doch im Internet kursieren zahlreiche Hilfsprogramme, die zu der Einbahnstraße auch eine Gegenspur hinzuzaubern. Wer will, kann also die Dateien, die Lala.com über ein Interface und ein Browser-Plug-in von seinem Webshop direkt auf die iPods seiner Kunden übermittelt, von den Playern auch wieder entfernen und auf dem Rechner oder in Netzwerken verwenden. Dieser Möglichkeit ist man sich bei Lala offenbar bewusst, doch Business Developer John Kuch sieht darin keine große Bedrohung für sein Konzept. Zu gering sei die Verbreitung von derlei Hilfsprogrammen, die einen Export der Daten auf einen Computer ermöglichen und damit die Lala-Downloads in Umlauf bringen können.
Dennoch gehen Kuch und Lala-Gründer Bill Nguyen auf Nummer sicher: Die Downloads werden als AAC-Dateien mit einer digitalen Kennung ausgeliefert, die Kuch als „Watermarking“ bezeichnet. Die Dateien selbst enthalten also keine Nutzungsbeschränkungen wie es bei DRM-Systemen üblich ist. Stattdessen sind die Lala-Downloads mit den persönlichen Informationen des Käufers gekennzeichnet, die im Zusammenspiel mit der Lala-Plattform die Regeln zur Verwendung umsetzen. Das „versteckte DRM“ wartet damit quasi online beim Abgleich der Musiksammlung mit dem iPod.
Für Warner Music ist das dennoch ein großer Schritt weg vom DRM-Dogma, das CEO Edgar Bronfman jr. zuletzt immer wieder verfochten hatte. Aus Konsumentensicht wird sich indes noch erweisen müssen, wie nutzerfreundlich der Lala-Shop sein wird. Da die Downloads nicht lokal auf den Rechnern der Käufer liegen, muss die Verwaltung der persönlichen Musiksammlung immer über das webbasierte Interface von Lala.com erfolgen. Wer also nicht online ist, kann die Bestückung seines iPods nicht verändern.





