Recorded & Publishing

Kommt EMI in letzter Sekunde bei Warner zum Zug?

Am heutigen Montag endet die exklusive Verhandlungsfrist zwischen Bertelsmann und AOL Time Warner bezüglich einer Fusion der Musiksparten. Weiterhin ist unklar, ob nicht doch EMI der Partner der Warner Music Group wird.

Am heutigen Montag endet die exklusive Verhandlungsfrist zwischen Bertelsmann und AOL Time Warner (AOL TW) bezüglich einer Fusion der Musiksparten. Weiterhin ist unklar, ob nicht doch die EMI Group der neue Partner der Warner Music Group wird. Während die Tageszeitung „Die Welt“ in ihrer heutigen Ausgabe vom „Tag der Entscheidung“ für BMG und Warner berichtet, deuten am Firmensitz von AOL TW die Zeichen wieder stärker nach London. Die „New York Post“ will aus unternehmensnahen Kreisen erfahren haben, dass AOL-TW-Chef Richard Parsons mit dem Verkauf eines Mehrheitsanteils von Warner Music an EMI liebäugelt. Er und EMI-Chairman Eric Nicoli seien sich seit Jahren vertraut, heißt es. Die unternehmensnahen Bertelsmann-Quellen der „Welt“ hingegen sehen die Fusion von BMG und Warner so gut wie „unter Dach und Fach“. Die zuletzt strittigen Fragen nach der korrekten Bewertung der beiden Unternehmen könnten wohl in absehbarer Zeit gelöst werden. Es scheint, als gebe es innerhalb von AOL TW unterschiedliche Präferenzen für einen Fusionspartner. Während Parsons zu EMI neigt, macht WMG-Chef Roger Ames kein Hehl daraus, dass er nicht besonders gerne mit Alain Lévy, Chef von EMI Recorded Music, zusammenarbeiten würde. Seit Monaten spekulieren Beobachter über die Rolle von EMI im Fusionspoker zwischen Bertelsmann und AOL TW. Mal wollten die Briten die bei einer Fusion von BMG und Warner anfallenden Zwangsverkäufe übernehmen, mal wollten sie Warner ganz aufkaufen und zuletzt hieß es aus London, man habe den Kampf aufgegeben. Ein Knackpunkt bei der möglichen Fusion von BMG und Warner könnte der „Welt“ zu Folge der Marktanteil des verschmolzenen Konzerns sein: Während BMG-Warner weltweit mit rund 23,1 Prozent Marktanteil nur an zweiter Stelle hinter Universal Music rangieren würde, kämen die beiden Firmen in Deutschland auf zusammen über 40 Prozent – wohl ein Fall fürs Kartellamt.

Mehr zum Thema (12.09.03) (10.09.03) (01.09.03) (19.08.03)