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Klassikmarkt unter Druck: Warten auf das Publikum

Das war dann doch ein Schock: Um 12,4 Prozent gab der Klassikmarkt 2014 nach. Mit einem Umsatz von 79 Millionen Euro erreichte er eine neue Tiefstmarke seit der Jahrtausendwende. MusikWoche fragte Brancheninsider nach den Ursachen.

Zwar erreichte der Klassikmarkt im Jahr 2013, das von den Jubiläen von Giuseppe Verdi und Richard Wagner profitierte, noch einen Umsatz von 90 Millionen Euro, was Hoffnung für das Segment weckte. Doch die aktuellen Zahlen des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI) zeigen, dass der Klassikmarkt weiter zurückgeht. „Der Umsatz fiel nicht so gut aus wie im Vorjahr“, bestätigt denn auch BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke. Allerdings wertet er 2014 als „ein normal starkes Klassikjahr“, das im Rahmen dessen liege, „was die Klassik in den letzten Jahren umgesetzt hat“. Mit einem Umsatzanteil am Gesamtmarkt von 6,5 Prozent bewegt man sich zwar nicht weit unter dem Wert von 2012, als die Klassik einen Anteil von 6,7 Prozent hatte. Doch 6,5 Prozent markieren einen neuen Tiefststand seit der Jahrtausendwende. Immerhin habe sich die Zahl der angebotenen Klassiktonträger in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, betont Florian Drücke, und auch bei Neuerscheinungen sei ein erneuter Anstieg zu verzeichnen. Er glaubt daher nicht, dass das Genre an Relevanz verliert. „Man sieht aber gerade, welche Rolle besondere Jubiläen spielen, die natürlich sowohl die entsprechende Präsenz der Klassik in den Medien wie auch die Produktvielfalt anders beeinflussen.“ Einen Hoffnungsschimmer sieht Drücke in der sehr jungen Zielgruppe der zehn- bis 19-jährigen Klassikkonsumenten: „Die Zahl der jungen Käufer hat sich verdoppelt.“

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