Anders als bei bisherigen Verfahren gegen Suno enthält die Klage von Jason Isbell keinen Urheberrechtsvorwurf, sondern stützt sich auf sogenannte Rechte der Persönlichkeit und Vermarktung des eigenen Namens.
Neben Jason Isbell gehören David Lowery, Frontmann bei Cracker und Camper Van Beethoven, der Blues-Musiker Guy Forsyth sowie der Saxofonist Ed Calle zu den Klägern gegen das von Mikey Shulman geführte Unternehmen.
Der Klage zufolge hat Suno sein Modell so trainiert, dass es Namen von Musikschaffenden als Suchschlüssel verwendet und daraufhin Songs, Beschreibungen und Coverbilder erzeugt, die an die jeweilige Person erinnern. Als Beispiel führt die Klage an, dass die Eingabe von Jason Isbells Namen einen Song namens „Paper Bell“ hervorgebracht habe, der seine charakteristische klare männliche Stimme und seinen Country-Twang imitiere.
Suno verwende laut einem in der Klage zitierten Statement bewusst keine Künstler:innennamen als Trainingsdaten und setze Filter gegen entsprechende Prompts ein. Die Kläger bestreiten das jedoch: Der Filter lasse sich leicht umgehen, etwa indem Leerzeichen zwischen die Buchstaben eines Namens gesetzt würden. So habe die Eingabe „m i c h a e l j a c k s o n“ einen Popsong samt eines Bildes von Michael Jacksons weißem Handschuh erzeugt.
Man erhebe keinen Anspruch auf Country- oder Americana-Musik oder auf einen bestimmten Musikstil, heißt es in der Klageschrift. Niemand dürfe jedoch das Recht einer Person auf die Vermarktung ihres Namens und ihrer Identität kommerziell ausnutzen. Bestehende Lizenzabkommen etwa mit der Warner Music Group deckten die Nutzung der Artist-Identität nicht automatisch ab. Ein zweiter Punkt stützt sich auf das Biometriegesetz des Bundesstaats Illinois und wirft Suno vor, sogenannte „Voiceprints“ von Sänger:innen ohne Zustimmung erfasst zu haben.
Eine Suno-Vertretung erklärte gegenüber dem amerikanischen Branchenblatt „Billboard“, man halte die Vorwürfe für unbegründet und werde sich dagegen zur Wehr setzen. Suno sieht sich bereits mit mehreren weiteren Klagen konfrontiert, unter anderem von Universal Music, der GEMA oder jüngst Round Hill.






