„Die Europäische Kommission hat mit dem sogenannten Voss-Initiativbericht den Auftrag der Parlamentarier:innen erhalten, bei der Regulierung von generativer Künstlicher Intelligenz unseren Branchen verstärkt die nötige Aufmerksamkeit zu widmen. Unter anderem müssen endlich Lizenzmärkte geschaffen werden“, erinnert Katharina Uppenbrink als Geschäftsführerin der Initiative Urheberrecht (IU) an das Votum der Abgeordneten des Europäischen Parlaments, die im März mit klarer Mehrheit eine Reihe von Empfehlungen zum Schutz urheberrechtlich geschützter Werke verabschiedeten. Den entsprechenden Bericht dazu hatte zuvor der zuständige Berichterstatter Axel Voss eingebracht, der unterm Strich eine faire Balance zwischen Leistungen im Tech- und im Kreativbereich herbeiführen will.
Vor welchen Hürden man dabei steht, verdeutlicht die IU unter anderem mit einem Verweis auf die finanziellen Möglichkeiten der Digitalwelt: So hätten die Digitalkonzerne ihre europäischen Lobbyausgaben auf ein Rekordniveau gesteigert und würden inzwischen nach Zahlen des Vereins LobbyControl jährlich 151 Millionen Euro für Lobbyarbeit in der EU ausgeben – ein Plus von 33,6 Prozent im Vergleich zu 2023 und von 55,6 Prozent zu 2021. Die IU beklagt zudem einen „frontalen Angriff“ der Big Tech-Konzerne auf das europäische Datenschutzniveau sowie den nicht lizenzierten und unvergüteten „Abgriff der Werke und Leistungen der Urheber:innen und ausübenden Künstler:innen“, was unterm Strich „ein ungeheures Risiko für die europäische Volkswirtschaft“ mit sich bringe.
„Die Kultur-, Kreativ- und Medienbranche und insbesondere die schöpferisch Tätigen sind der Motor gesellschaftlichen Wandels, sie sind unverzichtbare Voraussetzung für europäische Innovationskraft und damit eine bedeutende Komponente der Volkswirtschaft“, unterstreicht der Komponist und Publizist Matthias Hornschuh in seiner Rolle als Sprecher IU: „Europa sollte sich mangels Öl, seltener Erden und billiger Arbeitskräfte auf seine kreativen Köpfe besinnen.“
Die 14. Internationale Urheberrechtskonferenz der IU am 9. November 2026 in der Akademie der Künste in Berlin soll sich vor diesem Hintergrund dem Thema „Digitalwirtschaft und Urheberrecht“ widmen.




