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Indies fürchten Übermacht der Majors

Führende Independentlabels fürchten, dass die anhaltende Konsolidierung der Branche und die Marktmacht der vier Majors den kleinen Musikfirmen das Überleben schwer macht.

Führende Independentlabels fürchten, dass die anhaltende Konsolidierung der Branche und die Marktmacht der vier Majors den kleinen Musikfirmen das Überleben schwer macht. Am Beispiel der MTV Europe Music Awards zeige sich deutlich, wie knapp die Luft wird, so die Ansicht der Indie-Vertreter. Von den elf Acts, die am Abend des 18. November in Rom auftraten, war mit Franz Ferdinand nur ein einziger nicht bei einem Major unter Vertrag. Zudem stammte die überwältigende Mehrheit der nominierten und auftretenden Künstler aus den USA, beklagt Lohan Presencer, Managing Director von Ministry of Sound.

Er und seine Kollegen von anderen unabhängigen Labels fürchten, dass die Konzentration der Großen auf den Massengeschmack nicht nur zur Verengung von Vertriebs- und Promotionkanälen, sondern auch zu weniger kreativer Experimentierfreude führen wird. „Wenn die Majors wollten, dann könnten sie uns sogar völlig den Weg zu Radio, Medien und Handel versperren“, so Harry Martin, Chef des Labels Domino. Für viele Firmen sei es ohne die Hilfe der Majors auch oft unmöglich, ihre Künstler überregional zu vermarkten. Auch hier dient wieder das Beispiel Franz Ferdinand als Beleg: Der Band, die es in Europa über Domino und unabhängige Vertriebe wie rough trade in die Top Ten schaffte, gelang erst durch einen Deal mit Sony Music der Durchbruch in den USA. Was Harry Martin zur hoffnungsfrohen Ansicht verleitet, dass „Majors und Indies sich gegenseitig brauchen“.

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