Recorded & Publishing

GEMA-Kulturförderung: Aufsichtsrat trommelt für Reform

Im Vorfeld der vom 5. bis 7. Mai in Berlin anstehenden Mitgliederversammlung der GEMA gewinnt die Diskussion um den Antrag zur Neuausrichtung der Kulturförderung weiter an Fahrt. Nun veröffentlicht der Aufsichtsrat der Verwertungsgesellschaft ein gemeinsames Statement, sieben ehemalige GEMA-Aufsichtsräte springen dem Gremium zur Seite.

2025 hatte ein viel diskutierter Vorstoß zum Thema Kulturförderung die notwendige Zweidrittelmehrheit [verfehlt](https://www.musikwoche.de/recorded-publishing/1000-kreative-bei-gema-versammlung-aber-keine-reform-der-kulturfoerderung-3bb56ae9b314d4c9d593c623ab751248), 2026 geht die [GEMA](/company/gema) das Thema nun noch einmal an. So steht m Rahmen der vom 5. bis 7. Mai in Berlin anstehenden Mitgliederversammlung der Verwertungsgesellschaft erneut ein Antrag zur Neuausrichtung der Kulturförderung auf der Tagesordnung. Bereits zu Beginn des Jahres warb GEMA-Vorstandsmitglied Georg Oeller für die überarbeitete Version, die die Förderung [künftig](https://www.musikwoche.de/recorded-publishing/gema-startet-zweiten-anlauf-der-kulturfoerderreform-b8633ba95d74b8a96a61f3435f2ca2ab) „breiter“ gestalten soll.

Im Vorfeld der GEMA-Mitgliederversammlung 2026 werden derweil weiter Argumente ausgetauscht; auch MusikWoche will dafür hier und darüber hinaus ein Forum bieten.

„Digitale Technologien, Künstliche Intelligenz und reduzierte öffentliche Kulturetats verändern die Rahmenbedingungen in der Musikbranche dramatisch, für alle Genres“, heißt es nun in einem gemeinsamen Statement der amtierenden Mitglieder des Aufsichtsrats um den Vorsitzenden [Ralf Weigand](/person/dr-ralf-weigand), das die GEMA [am 23. April](https://www.gema.de/de/w/statement-aufsichtsraete) auf ihren Onlineseiten veröffentlichte und per Rundmail an ihre Mitglieder verbreitete. „Deshalb übernehmen wir als Aufsichtsrat der GEMA Verantwortung und haben die neue GEMA-Kulturförderung auf den Weg gebracht. Diese stellen wir bei der Mitgliederversammlung 2026 erneut zur Abstimmung.“ Wichtig sei, dass die Gesamtfördergelder nicht gekürzt würden und die bisherige U-Wertung unangetastet bleibe, heißt es weiter.

„Als Gremium, das demokratisch von der Mitgliederversammlung gewählt wird und somit die gesamte Mitgliedschaft repräsentiert, ist es unsere Aufgabe, dem tiefgreifenden Wandel in der gesamten Musikwelt verantwortungsvoll zu begegnen. Daher haben wir in unserem Antrag zur Neuen GEMA-Kulturförderung die unterschiedlichen Interessen aller GEMA-Mitglieder in einem Kompromiss fair und solidarisch ausbalanciert.“

Man wolle „die zur Verfügung stehenden Fördermittel gezielt dort einsetzen, wo sie echte Wirkung entfalten, all unseren Mitgliedern Chancen eröffnen, Innovation stärken und unseren Nachwuchs unterstützen“, heißt es weiter in der Positionsbestimmung der Mitglieder des Aufsichtsrats: „Zugleich wird es für unsere Mitglieder aus dem bisherigen E-Bereich weiterhin eine besondere Förderung geben. Mit der Neuausrichtung stärken wir das Instrument der Förderung insgesamt. Sie stellt die Weichen, dass die GEMA auch in Zukunft für ihre Mitglieder eine starke Partnerin sein wird.“

Unterstützung für dieser Position kommt von Christian Bruhn, Enjott Schneider, Stefan Waggershausen, Jochen Schmidt-Hambrock, Christian Wilckens, Tobias Künzel und Manfred Schoof, die ein [hier](https://www.gema.de/de/w/statement-ehemalige-aufsichtsraete) ebenfalls auf den Onlineseiten der Verwertungsgesellschaft veröffentlichtes „Gemeinsames Statement ehemaliger GEMA-Aufsichtsräte“ unterzeichnet haben: „Die Musikbranche unterliegt derzeit einem fundamentalen Wandel, der auch vor der GEMA nicht Halt macht. Damit die GEMA uns Mitgliedern auch in Zukunft ein starker Rückhalt sein kann, muss sie vieles weiterentwickeln und manches sogar neu denken. Jetzt ist die Zeit dafür gekommen, denn die Relevanz der GEMA ist heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Ein verantwortungsbewusster Aufsichtsrat muss jetzt handeln. Deshalb unterstützen wir als ehemalige Aufsichtsräte den Antrag von Aufsichtsrat und Vorstand zur Neuausrichtung der kulturellen Förderung. Angesichts der technologischen Entwicklungen, insbesondere von KI, ist es heute wichtiger denn je, dass wir handgemachte Musik aus allen Genres fördern.“

Kürzlich meldete sich [bereits](https://www.musikwoche.de/recorded-publishing/gema-kulturfoerderung-composers-club-bezieht-position-b142c639cdc40c20e827817ba505cc5d) der Composers Club mit einem Meinungsbeitrag des Komponisten Anselm Kreuzer in der Diskussion um die Kulturförderung zu Wort.