Während Urhebervertreter wie GEMA und DMV bereits seit Monaten gegen die geplante Begrenzung der gesetzlichen Vergütungssätze auf fünf Prozent des Verkaufspreises Sturm laufen, geht diese Deckelung den Geräteherstellern noch nicht weit genug, sie sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.
„Die Industrie unterstützt eine faire Vergütung von Künstlern und Autoren und ist bereit, Urheberrechtsabgaben in einer angemessenen, aber auch klar begrenzten Höhe zu akzeptieren“, erklärt Bernard Meric, Senior Vice President External Relations bei HP EMEA. Was das im Klartext bedeutet, formuliert Ramón Ollé, CEO von Epson Europe: „Unser Ziel auf europäischer Ebene ist es, Urheberrechtsabgaben auf ein Maximum von zwei bis drei Prozent des Herstellerabgabepreises zu begrenzen.“ In diesem Sinne gehe die politische Diskussion über den zweiten Korb in Deutschland zumindest in die richtige Richtung.
Da die meisten EU-Nachbarländer keine oder wesentlich niedrigere Abgaben hätten, würde ein Ausweichen der Verbraucher auf die günstigeren Produkte aus dem Ausland dem deutschen Fachhandel die wirtschaftliche Grundlage entziehen. So fordere etwa die Verwertungsgesellschaft Wort von Anbietern oder Importeuren für ein Standard-Farbmultifunktionsgerät mit einem Preis von 120 Euro über 76 Euro Abgaben pro Gerät.
Aus der Sicht des DMV ist dagegen eine angemessene Pauschalvergütung als Ausgleich für private Vervielfältigungen auch in Zukunft uneingeschränkt notwendig, bekräftigte Dagmar Sikorski jüngst auf der Popkomm. GEMA-Vorstand Dr. Harald Heker bezifferte die Einnahmeverluste der Kreativen auf rund 54 Mio. Euro pro Jahr, sollten die Abgaben auf fünf Prozent des Gerätepreises begrenzt werden.





