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Dossier: PRG Live Entertainment Award 2011 – Feierstunde in Frankfurt

Die Premiere des PRG Live Entertainment Awards (LEA) in der Frankfurter Festhalle, der zuvor fünfmal in Hamburg stattfand, war ein Erfolg. Die 1100 geladenen Gäste lobten die gute Stimmung eines harmonischen und gelungenen Abends, die auch das Verhalten von Marek Lieberberg nicht trüben konnte. Der Veranstalter hatte sich geweigert seine Preise – darunter eine Ehrung für sein Lebenswerk – anzunehmen. Erst nach der Gala eskalierte der Streit in den Medien.

Er halte die Preisverleihung für einen „provinziellen Event“, der der Spitze der Branche überhaupt nicht gerecht werde. „Im Rotationsverfahren wird jeder der Beteiligten einmal aufs Podest gehoben – mit Qualität hat das wenig zu tun“, sagte Marek Lieberberg nach der Verleihung dem „Journal Frankfurt“. „In der internationalen Szene spielt dieser Award auch überhaupt keine Rolle. Er ist der überflüssigste Kropf in der Veranstaltungsindustrie, ein reines Schaulaufen der C-Prominenz“, so Lieberberg weiter, der den LEA-Machern um Jens Michow und Dieter Weidenfeld zudem Seriosität und Professionalität absprach. Im Vorjahr sei er nur auf Bitten der Kollegen in Hamburg erschienen, um sich seinen Preis abzuholen. Lieberberg lehne Awards ab, die einfach nach Verfügbarkeit bereitgestellt würden. Preise, wie ein obskurer Fashion-Preis oder der Sicherheits- Preis sollen davon ablenken, dass man im Rotationsverfahren seine Mitglieder bedenken will. „Dafür stehen wir nicht zur Verfügung“, formulierte der Veranstalter im „Hamburger Abendblatt“. Seine Kritik im „Journal Frankfurt“ richtet sich darüber hinaus auch an die lokale Politik: „Der publizitätsgeile Stadtrat Markus Frank hat da eine Show an Land gezogen, die sonst 16/2011 9 lea 2011.dossier niemand haben wollte. Großartige Lei – stung! Ich möchte gar nicht wissen, wie viel Steuergeld sich Frankfurt diesen Event hat kosten lassen.“ Jens Michow reagierte nach der Veranstaltung zuerst noch souverän auf die Absage Lieberbergs und erklärte: „Wir haben das nicht zu kommentieren.“ Doch nach Veröffentlichung der Lieberberg-Interviews sah er sich schließlich zu einer Reaktion auf die scharfen Vorwürfe genötigt, um „der Wahrnehmung von Herrn Lieberberg einige Fakten gegenüber zu stellen“, betonte Michow. „Außer Herrn Lieberberg waren nahezu alle Branchenangehörigen Gast der Veranstaltung, deren Künstlerprogramm, Ablauf und einzigartige Bühnen- und Lichttechnik ausnahmslos als grandios bezeichnet wurde.“ Auch sei es für ihn schwer nachvollziehbar, warum Lieberberg eine Veranstaltung, bei der unter anderem die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter, Klaus Doldinger, Michael Bolton, Helene Fischer und Juli auftraten, als „Provinzposse mit müden Showein – lagen“ bezeichne. Lieberberg hätte ihm, Michow, so der bdv-Chef weiter, bereits kurz nach Bekanntgabe des Wechsels der LEA-Verleihung von Hamburg nach Frankfurt persönlich gratuliert. Auch 3 Einer der Höhepunkte der Gala: Götz Alsmann und Klaus Doldinger spielen „Take The A-Train“ 10 16/2011 dossier.lea 2011 habe das Team von Lieberberg vor der Absage ihres Chefs vier Wochen lang intensiv an der Inszenierung der beiden Preisübergaben mitgearbeitet und sogar einen namhaften Laudator für die Vergabe des Lebenswerk-Awards bestätigt. Auch die Behauptung, dass man mit dem LEA „Verbandsmitglieder im Rotationsverfahren“ bedenken wolle, ist für Michow nicht nachvollziehbar. Lieberberg wurde erst 2009 Mitglied des Bundesverbands und erhielt 2007 einen sowie für die Jahre 2008 bis 2010 sogar jeweils zwei Awards. Auch kämen nur 20 Prozent der in diesem Jahr für den LEA Nominierten aus dem Kreis des Verbands, der 300 Unternehmen repräsentiert. „Jedenfalls wird der LEA auch in Zukunft kein Wunschkonzert sein. Er wird auf der Grundlage der Entscheidung einer unabhängigen Jury weiterhin den Facettenreichtum der Gesamtbranche aufzeigen und darauf verzichten, sich nur an Umsatz- und Besucherzahlen zu orien – tieren.“ Bei den Gala-Gästen stieß Lieberbergs Absage unmittelbar nach Veran – staltungsende überwiegend auf Unverständnis. Aber auch beschwichtigende Stimen wie „So ist er halt, der Marek“, waren zu hören. Einigkeit herrschte indes bei den Besuchern über die Qualität der Show. „Der LEA hat mir gefallen, weil er in seiner Kompaktheit ein sehr guter Branchentreff ist“, urteilte Daniel Maurer, Director of Live Entertainment bei Sony Music, im Gespräch mit Musik Woche. „Götz Alsmann war eloquent wie immer, das Duett Michael Bolton und Helene Fischer hervor – ragend. Die Veranstaltung als Auftakt vor die Musikmesse Frankfurt zu setzen, ist konsequent.“ Und Michael Bisping, Managing Director A.S.S. Concerts & Promotion, fügte an: „Der Wechsel nach Frankfurt war eine gelungene Sache. Die Festhalle ist eine exzellente, atmosphärisch stimmige Location; der Abend war technisch, musikalisch und stimmungsmäßig ein Vergnügen. Wenn jetzt noch die Frankfurter Taxifahrer freundlich werden, ist alles in Ordnung!“ Wolfgang Weyand, Geschäftsführer Weyand Entertainment Consulting und hinter den Kulissen eine treibende Kraft für den Wechsel nach Frankfurt, fand: „Der Umzug ins schönere Zuhause hat super geklappt, auch wenn noch nicht alle Bilder am richtigen Platz hängen. Als Frankfurter freue ich mich besonders, dass dadurch die Musikmesse und der Musikstandort RheinMain eine größere Bedeutung bekommen. Für die nächsten Jahre LEA und Musikmesse gibt es noch viele Möglichkeiten und Chancen. Ich freue mich darauf.“ EVVC-Präsident Joachim König, Geschäftsführer des beim LEA prämierten Hannover Congress Centrum, resümierte: „Aus meiner Sicht war der erste LEA in Frankfurt ein eindrucksvoller und überzeugender Auftakt für die Zukunft. Die Show war hochklassig und profes sionell und der Glamourfaktor war einschließlich der Aftershow-Party durchaus eindrucksvoll. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich die vielfältigen positiven Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen für den LEA bis 2015 und auch darüber hinaus vorstellen zu können. Gratulation an alle Entscheidungsträger für diese zukunftsweisende Entscheidung, das war eine rundum gelungene Sache. Ich freue mich schon heute auf den LEA 2012.“ LEA-Nacht kam bei Besuchern gut an Wolfgang Besemer, geschäftsführender Gesellschafter der ebenfalls ausgezeichneten Hannover Concerts Betriebsgesellschaft, teilte mit: „Die LEA-Nacht in der Festhalle Frankfurt hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die Veranstaltung in Frankfurt in der Nähe der Musikmesse zu platzieren, halte ich für eine gute Idee. Überzeugt hat mich zudem die Atmosphäre in der Festhalle.“ Andrea Fischer, Geschäftsführerin Encore Concerts, urteilt: „Großartige Licht- und Bühnenshow, die Festhalle ist eine einmalige Location. Es war eine professionelle Organisation, ein unterhaltsamer und kurzweiliger Abend – alles in allem ein Branchentreffen der Extraklasse mit langer Partynacht. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.“ Und auch die Delegation des Modelabels New Yorker war sehr zufrieden: „Der LEA 2011 in Frankfurt war der perfekte Auftakt für die diesjährige Musikmesse. Als Awardver – leihung, die die Macher und Manager von Musikevents ehrt, passt der LEA thematisch bestens zur Internationalen Musikmesse.“ Volker Putzmann, Marketing – direktor von New Yorker, schaffte es aus Termingründen zwar nicht zur Verleihung, betonte aber: „Für New Yorker als Hauptsponsor des LEA war die Gala auch in diesem Jahr ein erfolgreiches Projekt. Uns als musikaffines Fashion-Unternehmen bietet der LEA die perfekte Möglichkeit, unser Unternehmen im Musikbereich zu Einige Ehrengäste von New Yorker vor der Abfahrt zum LEA (v.l.n.r.): Tobias Laufer (New Yorker), Dennis Harm, Markus Gardeweg (beide Kontor Records), Lorenzo Bizzi mit Ehefrau Karina (Nordisk), Anja Fahs, Karin Wirthmann (beide Blue Box Music & Media), Christoph Scobel und Christopher Vehrke (beide New Yorker Music & Media), Lisa Springer (G+J Entertainment Media) und Sabine Stromberger (Seat) 16/2011 11 lea 2011.dossier positionieren und Kontakte zu knüpfen und auszubauen.“ Das unterstreicht auch Bettina Müller, Leitung Kommunikation bei der GEMA: „Die Einbindung des Live Entertainment Awards in die Frankfurter Musikmesse ist ein Zugewinn für beide Veranstaltungsformate und somit auch eine Bereicherung für die LEA-Gäste und die Teilnehmer der Musikmesse.“ Branche mit wirtschaftlichlicher Kraft Patrick Oginski, Geschäftsführer südpolmusic, empfand den diesjährigen LEA als eine äußerst gelungene und kurzweilige Veranstaltung: „Der Wechsel in die Frankfurter Festhalle und die enge Verknüpfung mit der Musikmesse macht wirklich Sinn und bringt dem Award die zusätzliche Aufmerksamkeit, die er verdient.“ Auch Michael Russ, Präsident des Verbands der Deutschen Konzertdirektionen (VDKD), findet ausschließlich lobende Worte: „Die Show zur Verleihung des PRG LEA war auch in diesem Jahr wieder stimmig und kurzweilig und die Atmosphäre in der Frankfurter Festhalle sehr gelungen. Den LEA als Auftakt zur Frankfurter Musikmesse zu setzen, hat überzeugt; das Umfeld bot eine bewährte Gelegenheit zum Gespräch mit Kollegen und Branchen – vertretern.“ Zu den politischen Für spre – chern der Veranstaltung gehört Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, die im Rahmen des Abends auch die Frankfurter Düsseldorf Office: Birkenstrasse 71 40233 Düsseldorf Fon:+49(0)211 544 713 0 Berlin Office: Almstadtstrasse 43 10119 Berlin Fon:+49(0)30 780 809 31 [email protected] Agency for concerts and music consulting. SSC GEWINNT LEA 2010 FÜR „BEST CLUB TOUR“! WIR DANKEN BEN L’ONCLE SOUL, DER CREW, DER JURY, DEN PARTNERN AUS FRANKREICH, DEM LABEL UND DEN LOKALEN VERANSTALTERN. DAS IST FÜR EUCH! WWW.SSC.DE Darauf einen Äppelwoi: Oberbürgermeisterin Petra Roth schenkt Jens Michow ordentlich ein Foto: Public Adress Musikmesse sowie die Prolight + Sound eröffnete und den Frank furter Musikpreis an Anne Sofie von Otter verlieh: „Wir haben heute Abend in Frankfurt mit der PRG-LEA-Gala einmaliges Entertainment erlebt: Mich hat nicht nur die perfekte Inszenierung verzaubert, sondern auch die kreative Kraft der 14 Preisträger.“ Die Gala zeige auch, welche wirtschaftliche Power hinter so einer Veranstaltung stehe: „In Frankfurt sind mehr als 7000 Unternehmen aus der Kreativbranche ansässig, in der 60.000 Menschen tätig sind – das ist die höchste kreative Dichte Deutschlands“, sagte Roth. „Mit Musikmesse und Prolight + Sound finden hier auch die weltgrößten Messen dieser Branche statt. Und eine unserer vielen großen Veranstaltungs – stätten haben wir heute in vollem Glanz erlebt: die Festhalle. Ich beglückwünsche Jens Michow und das LEA-Team zu dieser großartigen Veranstaltung – und freue mich schon auf den siebten PRG LEA hier im Jahr 2012.“

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