Die Hamburg Kreativ Gesellschaft hat gemeinsam mit der Behörde für Kultur und Medien den Music WorX Inkubator gestartet. Fünf Start-ups an der Schnittstelle von Musik und Technologie erhalten eine finanzielle Förderung von jeweils bis zu 7700 Euro. Hinzu kommen ein dreimonatiges Workshop-Programm und Präsentationsmöglichkeiten. Außerdem erhalten die Teams Zugang zu einem Netzwerk aus Mentor*innen.
Für das Programm kommen Gründer:innen aus mehreren deutschen Städten sowie aus Norwegen für drei Monate nach Hamburg. Die Vernetzung mit der Hamburger Musik- und Kreativwirtschaft soll den Teilnehmenden Kontakte für die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsmodelle bieten. Music WorX soll zugleich Hamburg als Standort für Geschäftsmodelle an der Schnittstelle von Musik und Technologie stärken.
Die fünf Teams im Überblick
Musicsteps (München), gegründet von Benjamin Voß und David Kasipovic, will eine Plattform zur Karriereentwicklung für unabhängige Musiker:innen bieten. Sie bündelt Musik, Social-Media-Kanäle, Pressematerialien und geschäftliche Informationen in einem Artist-Profil und unterstützt Künstler:innen bei der Planung ihrer nächsten Karriereschritte.
Veriti (Trondheim) wurde von Bendik Furnes und Ayush Bhardwaj gegründet. Das Start-up möchte Musiker:innen und Songwriter:innen dabei helfen, ihnen zustehende Tantiemen einzuholen. Dafür prüft Veriti Musikkataloge auf nicht oder fehlerhaft registrierte Songs, übernimmt deren Registrierung und fordert ausstehende Zahlungen ein.
LOUDER.cloud (Hamburg), gegründet von Louisa Rockstedt und Marie Schweigert, ist eine Networking- und Discovery-Plattform für FINTA* in der Musikbranche. Auf der Plattform können sich Künstler:innen, Kollektive, Veranstaltungsorte, Labels und Hörer:innen vernetzen. LOUDER.cloud will dabei bestehende Szenen und Akteur:innen sichtbar machen. Ziel ist laut Unternehmen der Abbau von Zugangsbarrieren sowie die Stärkung von Community-Strukturen, damit FINTA*-Talente besser auffindbar, buchbar und hörbar werden.
Holdwatch (Leipzig), gegründet von Jörg Kosinski, entwickelt eine Software für das Booking unabhängiger Spielstätten. Die Lösung soll Booker:innen dabei unterstützen, Reservierungen, Optionen, Fristen und Rückfragen an Agenturen zentral zu verwalten. Als Ergänzung zu bestehenden Venue-Management-Systemen setzt Holdwatch in der frühen Booking-Phase an.
Orchly (Wiesbaden), gegründet von Raghad Al Kassar und Khaled Ayoubi, will Orchesterpartituren in interaktive Übungspartner verwandeln. Musiker:innen können MusicXML-Dateien hochladen und mit einem KI-generierten Orchester proben. Dabei lassen sich einzelne Stimmen isolieren und schwierige Passagen verlangsamen. Zudem gibt es direkt in der Partitur Feedback zu Tonhöhe und Rhythmus.
Die fünf Start-ups wurden von einer Jury aus der Musik- und Kreativwirtschaft ausgewählt, der unter anderem Agnes Chung (Music Innovation Strategist), Lena Ingwersen (Managing Director beim Music Cities Network) und Julian Krohn (Director Music & Audio bei Scholz & Friends) angehören.
„Die diesjährigen Teams zeigen, wie vielfältig Innovation in der Musikbranche sein kann. Sie setzen an ganz unterschiedlichen Stellen an – von der künstlerischen Praxis über Karriereentwicklung und faire Vergütung bis hin zu Booking und Vernetzung“, findet Helene Berling, Projektleiterin von Music WorX. „Was sie verbindet, ist ein genauer Blick auf konkrete Herausforderungen der Branche und der Anspruch, dafür neue, praxisnahe Lösungen zu entwickeln.“
Am 11. November findet in Hamburg der Music WorX Public Pitch statt. Dort stellen die Start-ups ihre Geschäftsideen erstmals öffentlich vor und treten um einen Publikumspreis in Höhe von 1000 Euro an. Der Pitch ist kostenfrei und bietet die Möglichkeit, mit Gründer:innen und Alumni früherer Jahrgänge ins Gespräch zu kommen.






