“KI-generierte Musik ist längst kein Randphänomen mehr“, weiß Alexis Lanternier als CEO von Deezer, wo man das Thema spätestens seit der Einführung eines KI-Erkennungstools im Januar 2025 auch zur strategischen Positionierung im Wettbewerb der international aktiven Musikstreamingdienste nutzt und sich als einziger globaler Service sieht, der solche Inhalte systematisch kennzeichnet: „Da die täglich eingehenden Uploads weiter zunehmen, hoffen wir, dass sich die gesamte Musikbranche unseren Bemühungen mit konkreten Schritten anschließt, um die Rechte von Künstlerinnen und Künstlern zu schützen und für mehr Transparenz gegenüber Hörerinnen und Hörern zu sorgen.“
Aktuell meldet Deezer nun, dass täglich knapp 75.000 KI-generierte Tracks auf die Plattform hochgeladen würden. Das soll laut Unternehmensangaben rund 44 Prozent aller täglichen Uploads entsprechen und würde sich pro Monat auf rund 2,25 Millionen KI-generierte Tracks summieren. Ende Januar waren es noch rund 60.000 KI-Tracks, ein Plus von 10.000 Titeln oder rund 25 Prozent binnen dreier Monate. Im Vergleich zu den 10.000 Titeln, mit denen Deezer seine erste Wasserstandsmeldung zur KI-Flut im Januar 2025 begleitete, liegt der Zuwachs bei 650 Prozent.
Allerdings, so reklamiert man bei Deezer, würden die bereits vom Unternehmen getroffenen Maßnahmen von der Kennzeichnung entsprechender Titel bis hin zum Ausschluss aus Empfehlungen dafür sorgen, dass der Anteil KI-generierter Musik an den Gesamtstreams auf der Plattform „verschwindend gering“ bleibe und derzeit zwischen ein und drei Prozent liege. 85 Prozent dieser Streams würden zudem „als betrügerisch eingestuft und von Deezer demonetarisiert“. Nun kündigt das Pariser Team eine neue Maßnahme an: Ab sofort stoppe man auch die Speicherung von Hi-Res-Versionen der KI-generierten Tracks.
„Unsere Technologie und die Maßnahmen, die wir vor über einem Jahr eingeführt haben, zeigen: KI-bedingter Betrug und die Verwässerung von Streaming-Ausschüttungen lassen sich auf ein Minimum reduzieren“, kommentiert Alexis Lanternier, der zudem dafür wirbt, dass Deezer seine Erkennungstechnologie seit Januar auch zur Lizenzierung anbietet. Das jüngste Geschäftsjahr schloss der Streamingdienst unterm Strich erstmals im Plus ab.







