Kurz vor dem Ende der zweiten Runde im Bieterwettstreit um BMG Music Publishing hat der Medienkonzern Bertelsmann den Kaufinteressenten offenbar noch einmal deutlich gemacht, jegliche Kartellrisiken vermeiden zu wollen. Beobachter werten das als Vorteil für Investoren und als Nachteil für Musikkonzerne.
Grund für diese vorbeugende Maßnahme ist der bereits angekündigte Widerstand der europäischen Independent-Organisation Impala gegen einen Verkauf des BMG-Musikverlags an einen der Musikmajors – eine Impala-Klage hatte zuletzt die Fusion Sony BMG erneut in Frage gestellt. Allerdings hatte Bertelsmann schon früher darauf hingewiesen, dass der potenzielle Käufer das Kartellrisiko tragen sollte. Dennoch sorgt die Bestätigung dieser Position für Rauschen im Blätterwald.
So sieht die „Financial Times“ nun die Privatinvestoren von GTCR Golder Rauner im Vorteil, die sich mit dem Musikverlagsurgestein Charles Koppelman zusammengetan haben. Koppelman betonte denn auch im Gespräch mit der FT seine Sorgen über eine mögliche Machtkonzentration im Verlagsgeschäft: „Wenn man das größte Musikunternehmen und der größte Musikverlag ist, ist die Marktmacht, die man hat, wettberwerbsfeindlich.“
Ein neues Licht wirft diese Entwicklung auch auf den zuletzt neu im Kreis der Kandidaten aufgetauchten Namen der Investoren von Apollo Management. Diese Firma soll sich im Rennen um BMG Music Publishing mit dem früheren BMG-Musikmanager Strauss Zelnick zusammengetan haben.
Die weiterhin inoffizielle Liste der potenziellen Käufer runden die drei Musikmajors Universal, EMI und Warner ab. Aber auch EMI und Warner bauen bereits auf die Hilfe externer Kapitalgeber: So setzt Warner auf die ohnehin am eigenen Unternehmen beteiligten Firmen Thomas H. Lee Partners, Bain Capital und Providence Equity. EMI hat sich mit Kohlberg Kravis Roberts zusammengetan, wobei die Buyout-Spezialisten als tatsächliche Käufer fungieren und EMI als geschäftsführender Partner an Bord kommen soll.





