Recorded & Publishing

UMG unterstützt Patentportfolio für KI-Musik

Music IP Holdings, ein von der Universal Music Group mitgetragenes Unternehmen, hat am Mittwoch sein Patentportfolio für generative KI-Musik vorgestellt. Udio und Grai sind die ersten beiden Technologieunternehmen, die die Patente lizenzieren.

Music IP Holdings (MIH) – im Jahr 2025 von der Universal Music Group (UMG) und der Investment-Firma Liquidax Capital als strategische Partnerschaft gegründet – verwaltet mehr als 24 erteilte oder zugelassene Patente, weitere über 50 seien angemeldet.

UMG, dessen Tochtergesellschaften, Artists, Songwriter:innen und weitere teilnehmende Rechteinhaber:innen sollen das Portfolio selbst nutzen können, um eigene Werke gegen unlizenzierte und nicht autorisierte generative KI-Nutzung abzusichern.

Das Portfolio deckt den gesamten Entstehungsprozess KI-generierter Inhalte ab: von der Eingabe eines Prompts über Moderation und Wasserzeichen bis hin zu Autorisierung, lizenzierter Distribution und Bezahlung, sowohl in offenen als auch in geschlossenen Ökosystemen.

Die Patente beschränken sich nicht auf Musik, sondern erstrecken sich auch auf Audio, Video, Film, Animation, Bilder und Text sowie auf Anwendungen rund um Name und Erscheinungsbild von Personen.

Die Lizenzen an Udio und Grai unterstützen laut Mitteilung die Entwicklung lizenzierter KI-Angebote wie Coverversionen, Remixe und interaktive Musikerlebnisse und sollen zusätzlichen Schutz vor unautorisierter Weiterverbreitung bieten.

Daniel Drolet, CEO bei MIH, betont, Artists und Songwriter:innen sollten nicht zwischen der Nutzung von KI und dem Schutz ihres Lebenswerks wählen müssen. „Und verantwortungsbewusste KI-Unternehmen sollten klare Rahmenbedingungen für Innovationen haben. Dieses Portfolio ist darauf ausgelegt, beides zu erreichen“, ergänzt er. „Das Portfolio wurde entwickelt, um einen Standard zu etablieren, der Kreativen aller Art die Möglichkeit gibt, neue KI-Einnahmequellen zu generieren, zu verfolgen und zu sichern, und gleichzeitig wirksame Optionen für den Umgang mit unbefugten KI-Ergebnissen bietet.“

Udio-Gründer und CEO Andrew Sanchez spricht von einem „echten Wendepunkt für KI und Musik“ und erklärt, man baue gemeinsam mit MIH eine Infrastruktur auf, „die Künstler:innen schützt“. Zudem lege man Rahmenbedingungen fest, „die sicherstellen, dass KI die menschliche Kreativität fördert“.

„Niemand war jemals nur ein Zuhörer“, fügt Ilya Liasun, CEO und Mitbegründer von Grai, hinzu. Seine Firma baue „einen sozialen Streamingdienst auf, bei dem Musik zwischen Menschen zirkuliert. Und wenn jemand etwas Eigenes in einen Song einbringt, den er liebt, wird der Artist jedes Mal gefragt, genannt und bezahlt. Diese Patente machen das möglich.“

Bei der Markteinführung unterstützt MIH die Beratungsfirma Barefoot Media unter Geschäftsführer Bill Campbell. Chris Horton, EVP, Strategic Technology bei UMG, ordnet die Patente als Teil einer Strategie ein, die Artists und Songwriter:innen stärker an der Wertschöpfungskette beteiligen solle.