Es ist wohl die letzte Bilanz in den alten Strukturen: Kurz nachdem der Mutterkonzern Bertelsmann seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 veröffentlichte, legt nun auch der Musikbereich BMG nach. Der Zusammenschluss des Unternehmens mit Concord Music steht kurz bevor, weshalb dies vermutlich die letzten Zahlen der „klassischen“ BMG sind.
Mit einem Plus von 4,72 Prozent und einem organischen Wachstum von acht Prozent steigert sich die BMG im Vorjahresvergleich auf Gesamterträge von 444 Millionen Euro. Bei einer EBITDA-Marge von 29 Prozent liegt der Wert in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres bei 127 Millionen Euro, was einem Anstieg von 4,1 Prozent gegenüber dem Vergleichswert aus dem Jahr 2025 entspricht.

Laut BMG waren im ersten Halbjahr besonders erfolgreiche Frontline-Projekte von Lily Allen, Louis Tomlinson und Marteria. Publishing-Einnahmen wurden unter anderem durch Beteiligungen an der Musik von Bruno Mars und Jelly Roll erzielt. Auch das Kataloggeschäft war mit guten Umsätzen von „Blue“ von Yung Kai, „What Is Love“ von Haddaway und „Lost On You“ von LP erfolgreich.
Für das erste Halbjahr verzeichnet BMG zudem 14 Zukäufe in den Bereichen Publishing und Recorded. Unter anderem sicherte man sich die Rechte an Werken von Jelly Roll, der Fuji Music Group, Snap! und der australischen Band Jet. Insgesamt habe man im Rahmen des „Boost“-Programms von Bertelsmann seit 2021 rund 1,8 Milliarden Euro investiert. Neue Verträge schloss das deutsche Unternehmen unter anderem mit AK Ausserkontrolle, Paul, A$AP Rocky, Gary Barlow oder Frank Ocean ab.
„Die Ergebnisse des ersten Halbjahres spiegeln die Stärke des Unternehmens wider, das wir in den letzten Jahren aufgebaut haben“, bilanziert Noch-CEO Thomas Coesfeld. „Anhaltendes organisches Wachstum, eine Rekordrentabilität und unsere bisher höchsten Investitionen in Musikrechte im ersten Halbjahr bilden eine solide Grundlage für die vor uns liegenden Chancen.“
KI werde mittlerweile „unternehmensweit bei BMG in großem Umfang eingesetzt, um unseren Kunden und Rechteinhabern einen besseren Service zu bieten, indem wir Musik mit den richtigen Zielgruppen verbinden, die Fanbindung vertiefen, Umsatzchancen erschließen und die Produktivität steigern“, so der Chef weiter zu den neuen Arbeitsweisen im Unternehmen.
Im weiteren Verlauf des Jahres erwartet Bertelsmann den Abschluss der Zusammenführung der BMG mit Concord. Der Konzern selbst taxierte das neue Unternehmen auf einen Jahresumsatz von rund 2,2 Milliarden Dollar. Als neuer CEO der zusammengeführten Firmen soll Bob Valentine fungieren, der bislang Concord leitete.
Nach Abschluss soll Bertelsmann 67 Prozent an der neu formierten Gesellschaft halten. Die Eigner von Concord übernehmen die verbleibenden 33 Prozent der Anteile und erhalten zudem eine einmalige Barzahlung in Höhe von 1,16 Milliarden Dollar. Aktuell beschäftigen sich noch einige Kartellwächter mit dem Merger – in Deutschland und den USA hat man indes bereits grünes Licht bekommen.
Coesfeld fügt dazu an: „Gemeinsam mit Concord werden wir über eine größere Reichweite, umfassendere Kompetenzen und mehr Kapazitäten verfügen, um in Künstler:innen und Songwriter:innen zu investieren, die Unterstützung für Kreative und Partner zu verstärken und aus Musikrechten einen höheren langfristigen Wert zu schaffen.“






