Der Bertelsmann-Konzern und die Beteiligungsgesellschaft Great Mountain Partners (GMP) gaben am 28. April 2026 ihre Vereinbarung bekannt, die Musikunternehmen BMG und Concord zusammenzuführen. Nach einer Transaktion in bar und Anteilen soll Bertelsmann 67 Prozent am neu formierten Unternehmen halten. Die Eigner von Concord übernehmen die verbleibenden 33 Prozent der Anteile und erhalten zudem eine einmalige Barzahlung in Höhe von 1,16 Milliarden Dollar. Den Abschluss der Übernahme, die noch von den zuständigen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden muss, erwartet man bei Bertelsmann für das vierte Quartal 2026. Erste Gerüchte über einen Berger von BMG und Concord gab es bereits Ende Januar.
Das geplante neue Musikunternehmen soll BMG heißen und über die beiden Divisionen BMG Publishing und Concord Records verfügen. Weltweiter Hauptsitz wird indes Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Berlin als bisheriger Stammsitz von BMG fungiert künftig noch als der europäische Hauptsitz.
Thomas Coesfeld, derzeit CEO von BMG, übernimmt im neuen Unternehmen den Posten eines Chairman, der bisherige CEO von Concord, Bob Valentine fungiert nach dem Zusammenschluss als CEO. Ins Board von BMG will Bertelsmann drei Vertreter entsenden, GMP zwei.
Bei Bertelsmann rechnet man im laufenden Jahr für das neue Unternehmen mit einem Pro-Forma-Jahresumsatz in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar und einem EBITDA-Vorsteuergewinn in Höhe von 730 Millionen Dollar. Unterm Strich entsteht damit nun ein vierter Musikmajor neben Universal Music, Sony Music und Warner Music.
Bei BMG und Concord wertet man das Zusammengehen indes so, dass hier zwei Partner ihre Geschäfte zum „weltweit führenden Independent-Musikunternehmen“ vereinen würden. Die kombinierte Gesellschaft vereine unter dem Namen BMG „zwei hochgradig komplementäre Geschäfte zu einer global skalierten Plattform“, die Künstler:innen, Songwritern und Partnern „herausragenden Service“ bieten soll, und zwar „fest verankert in einem unabhängigen, artist-first Modell“.
„Diese Transaktion ermöglicht einen ambitionierten und nachhaltigen Ansatz für Investitionen in Künstler und Songwriter sowie in Rechte, Technologie, KI-Tools und Talente, die diese Branche prägen.“ Thomas Coesfeld, designierter Chairman des kombinierten Unternehmens.
„Es ist eine außergewöhnliche Gelegenheit und der richtige Zeitpunkt, zwei Teams und zwei Roster von Weltklasse zusammenzuführen, da Skalierung beim Management von Musikrechten für langfristiges Wachstum immer bedeutender wird,“ sagt Thomas Coesfeld, CEO von BMG und designierter Chairman des kombinierten Unternehmens. „Diese Transaktion treibt unsere transformative BMG-Next-Strategie maßgeblich voran. Sie ermöglicht einen ambitionierten und nachhaltigen Ansatz für Investitionen in Künstler und Songwriter sowie in Rechte, Technologie, KI-Tools und Talente, die diese Branche prägen. Als gemeinsames Unternehmen festigen wir unsere Position als globaler Partner für Künstler, Songwriter und Plattformen weiter, indem wir globale Reichweite mit der Flexibilität und Unabhängigkeit verbinden, die sie schätzen. Wir freuen uns auf das kommende Kapitel von BMG und auf die Möglichkeiten, die wir für Künstler, Songwriter und Partner schaffen wollen.“
„Es geht nicht darum, das Modell der Major-Labels nachzubilden, sondern darum, Größe zu nutzen, um Unabhängigkeit zu stärken.“ Bob Valentine, designierter CEO der neuen BMG.
Bob Valentine, designierter CEO des kombinierten Unternehmens, freut sich derweil bereits darauf, „gemeinsam etwas wirklich Außergewöhnliches aufzubauen“: „Beide Unternehmen wurden gegründet, um herausragende Kunst zu fördern, und zeichnen sich durch ein tiefes Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Künstlern, Songwritern und Autoren aus, für die wir arbeiten.“ Man teile eine Philosophie, die „auf Künstlerentwicklung, dem langfristigen Management von geistigem Eigentum und operativer Disziplin basiert“, ergänzt Valentine: „Unsere Skalierung wird uns ermöglichen, mehr in kreatives Talent, globale Reichweite, wertsteigernde Akquisitionsmöglichkeiten und Technologie zu investieren, während wir gleichzeitig den agilen, unternehmerischen Geist bewahren, den Künstler und Songwriter am meisten schätzen.“

Sprechen von einem „historischen Tag“ für BMG: Bertelsmann-Konzernchef Thomas Rabe (links) und der bereits als Nachfolger an der Bertelsmann-Spitze fix gesetzte Thomas Coesfeld. Foto: Bertelsmann, Jan Voth
Bob Valentine unterstreicht: „Es geht nicht darum, das Modell der Major-Labels nachzubilden, sondern darum, Größe zu nutzen, um Unabhängigkeit zu stärken. Gemeinsam schaffen wir ein Unternehmen, das Künstlern noch mehr Reichweite und Flexibilität bietet – immer darauf ausgerichtet, ihre Visionen zu unterstützen.“
Bei Bertelsmann bezeichnet Konzernchef Thomas Rabe den geplanten Zusammenschluss von BMG und Concord als einen „Meilenstein in der Umsetzung unserer Boost+-Strategie“. Nach der Schaffung von Penguin Random House und der Zusammenführung von RTL und Sky Deutschland sei dies „ein weiterer wichtiger Schritt, um gemeinsam mit Partnern Kräfte zu bündeln, Geschäfte zu skalieren und erheblichen Mehrwert zu schaffen“. Zudem ergänzt Thomas Rabe, dass diese Transaktion „zu den größten in der mehr als 190-jährigen Geschichte von Bertelsmann“ zähle. Bertelsmann werde „weiterhin in das Wachstum unseres Musikgeschäfts investieren und es organisch, genauso wie durch Investitionen, ausbauen“. Als mittelfristiges Ziel ruft Rabe schließlich noch ein EBITDA von 1,2 Milliarden Dollar für die Musikaktivitäten aus.
Zur Erinnerung: Bei der Vorlage der jüngsten Bertelsmann-Jahresbilanz entfielen Umsätze in Höhe von rund 900 Millionen Euro und ein bereinigtes operatives Ergebnis von 284 Millionen Euro – 19 Millionen Euro mehr als im Vorjahr – auf die Musiksparte BMG.
Thomas Coesfeld, der bereits seit November 2025 als Nachfolger von Thomas Rabe an der Bertelsmann-Spitze fix gesetzt ist, spricht in der Konzernmitteilung von einem „historischen Tag“ für BMG, der, „aufbauend auf seiner Dynamik, die strategische Position des Unternehmens stärken und sein Wachstum beschleunigen wird“.







